Kann der VfB gegen Bremen an das starke Spiel in Leverkusen anknüpfen? Dafür braucht es auf jeden Fall eine ähnliche Energieleistung, sonst droht ein Rückfall — nicht nur in der Tabelle.
Ja, ich weiß, die Chancenverwertung. Trotzdem konnte ich mit dem Auftritt des VfB im Ali Sami Yen gut leben, zumindest was die Haltung zum Spiel angeht. Klar ist, dass wir Niclas Füllkrug nicht genauso nachlässig verteidigen sollten wie Aleksey Batrakov. Aber die Mannschaft schein sich nach dem schlimmen Spiel gegen Gladbach wieder zusammengerissen zu haben und hat das in zwei Spielen in Folge gezeigt. Vor eigenem Publikum und dem am Fernseher zur Topspiel-Zeit kann sie nun beweisen, dass das nicht nur ein Aufbäumen war, weil der Arsch mal wieder auf Grundeis ging, sondern dass sie endlich so richtig in dieser Saison angekommen ist. So langsam müssen wir das auch mal, wollen wir das bei dem Kader fast schon obligatorische Ziel einer erneuten Europapokalteilnahme erreichen. Natürlich haben wir auch nach der Länderspielpause noch Gelegenheiten dazu, aber mit dem vielzitierten guten Gefühl in diese Pause zu gehen würde auch danach vieles erleichtern. Da auch erfreulich wenige potenzielle deutsche Nationalspieler fehlen, ist das nun die zweite Gelegenheit in dieser Hinrunde, an wichtigen Stellschrauben zu drehen. Für manch einen Spieler, der noch nicht so richtig angekommen zu sein scheint — namentlich Grischa Prömel und Dzenan Pejcinovic ist es auch die Möglichkeit, nochmal anzugreifen, ohne das wenige Tage später das nächste Spiel ansteht. Zunächst mal muss aber Werder bezwungen werden und die
Personalsituation
sieht, nunja, schwierig aus. Stand Donnerstagmittag waren sowohl Karazor als auch Prömel angeschlagen, womit dem VfB nach der Verletzung von Angelo Stiller langsam die Sechser ausgehen — ich gehe aber davon aus, dass es am Ende für einen von beiden reicht. Leo Sauer fällt genauso aus wie Josha Vagnoman, außerdem fehlen weiterhin Zagadou und Diehl.
Mögliche Aufstellung
Das 2:0 von Galatasaray hat so ein bisschen die Schwachstelle einer Dreierkette aufgedeckt, nämlich dann, wenn die Wingbacks nicht mit nach hinten arbeiten. Gegen Füllkrug würde ich daher lieber zur Viererkette zurückkehren, auch wenn uns das vorne eines Offensivspielers beraubt. El Khannouss weicht auf den Flügel aus, Leweling überzeugt mich zuletzt trotz Doppelpfosten weniger als Führich. Rotation lassen wir vorerst, es folgt ja eine zweiwöchige Pause.
Statistik
Es ist das 115. Duell in der Bundesliga, von den bisherigen 114 gewann der VfB 40, Werder 38 und 36 Spiele endeten Unentschieden. Die Bilanz der letzten Jahre gibt nicht so wirklich eine Tendez her, außer dass sich der zuletzt meist favorisierte VfB mit den Norddeutschen schwer tat. Aktuell hat Werder aber tabellarisch die Nase vorn und hat von acht Spielen erst eins verloren. Drei der vier Siege errangen sie im heimischen Weserstadion. Natürlich kommt man bei Bremen nicht um den Namen Niclas Füllkrug herum, der in acht Spielen neun Mal traf und dabei von acht Vorlagen von Marco Grüll unterstützt wurde. Drei der neun Tore waren übrigens Elfmeter. Werder überzeugt sonst vor allem über eine geschlossene Mannschaftsleistung, die statistisch außer bei den gelaufenen Kilometern nirgends wirklich herausragt.
Fazit
Es ist November, es wird ungemütlich, aber unsere Mannschaft kann sich hoffentlich an der Cannstatter Kurve und dem restlichen Neckarstadion erwärmen. Klar ist: Was man bisher, warum auch immer, hat liegenlassen, muss man jetzt wieder aufsammeln.
Titelbild: © Sona Maleterova/Getty Images
