Rund um den Supercup

End­lich geht es also wie­der los. Aber lei­der mit einem Spiel, in dem das Drum­her­um alles Sport­li­che über­schat­tet.

Ich geb es zu: Ich wer­de am Sams­tag im Sta­di­on sein. Letz­tes Jahr konn­te ich nicht nach Lever­ku­sen, 1992 war ich zu jung und die Auf­trit­te des VfB im Liga­po­kal (wer erin­nert sich noch?) live mit­zu­ver­fol­gen war damals auch nicht drin. Ich möch­te mal ein Spiel im Super­cup live gese­hen haben und von mei­ner bucket list neh­men, auch wenn es dort eher wei­ter unten ran­giert. Und wenn der VfB über­ra­schen­der­wei­se die Bay­ern durch einen Hat­trick von Nick Wol­te­ma­de schla­gen soll­te und die­se komi­sche Tro­phäe gewinnt — war­um nicht? Fühlt sich schon ein biss­chen ech­ter an als der Uhren­cup oder der Sun Express Cup of Belek, oder?

Und doch wird es natür­lich irgend­wie anders sein. Statt orga­ni­sier­tem Sup­port das unko­or­di­nier­te Gebrum­mel von knapp 60.000 Men­schen, ab und zu mal ein “Jaaaa, der VfB!” und vor allem wahr­schein­lich Unmuts­be­kun­dun­gen. Gegen den Erz­ri­va­len aus Mün­chen, gegen den man ersr seit zwei Jah­ren wie­der Spie­le bestrei­ten kann, die den Namen Süd­gip­fel ver­die­nen. Und viel­leicht auch gegen Nick Wol­te­ma­de, der Stand Don­ners­tag­abend in die­sem Spiel mit einem Brust­ring-Tri­kot auf­lau­fen wird und die Schlag­zei­len und die Bericht­erstat­tung rund um die­ses Spiel domi­nie­ren wird. Als hät­te der VfB kei­ne ande­ren Spie­ler, als gebe es beim VfB kei­ne ande­ren The­men. Nein, es wird nur geschaut wer­den, wie sehr er sich über even­tu­el­le Tore freut oder ver­ge­be­ne Chan­cen ärgert.

Dass es über­haupt soweit kommt, ist einer­seits dem ama­teur­haf­ten Ver­hal­ten sei­nes Bera­ters zu ver­dan­ken, ande­rer­seits der Hybris der Bay­ern. Und am Ende auch ein biss­chen der sport­li­chen Füh­rung des VfB, die Anfang der Woche ohne Not ein Ulti­ma­tum an die Bay­ern aus­sprach, sich Mitt­wochs mit ihnen end­lich an einen Tisch setz­te, nur um ihnen end­lich per­sön­lich mit­zu­tei­len, dass auch das drit­te Ange­bot nicht aus­reicht. Es wäre allen gehol­fen, wenn das The­ma bis zu die­sem Spiel aus der Welt gewe­sen wäre. Aber weil man bei uns denkt, dass die Bay­ern am Ende doch so ver­zwei­felt sind, macht man Hin­ter­tür­chen auf, die man eigent­lich schon geschlos­sen hat.

Aber genug über den jun­gen, schlecht bera­te­nen Herrn, an ande­rer Stel­le mal mehr dazu. Bli­cken wir auf die

Personalsituation

Jus­tin Diehl ist wohl wie­der fit, steht mög­li­cher­wei­se aber vor einer Lei­he zum VfL Bochum. Silas ist wei­ter­hin ver­letzt. Alex Nübel ist sei­ne Ellen­bo­gen­be­schwer­den nicht recht­zei­tig vor dem Super­cup los­ge­wor­den. Leo Ster­giou hin­ge­gen ist schon wie­der im Auf­bau­trai­ning. Ange­lo Stil­ler ist wie­der fit.

Mögliche Startelf

Die Vie­rer­ket­te dürf­te sich nach den Aus­sa­gen von Sebas­ti­an Hoe­neß größ­ten­teils von allei­ne auf­stel­len. Mit­tel­städt und Cha­b­ot sind gesetzt, Jaquez scheint die Nase vor Jeltsch und Al-Dak­hil zu haben. Rechts könn­te Assi­gnon star­ten, unter­stützt auf sei­ner Sei­te durch sei­nen Kon­kur­ren­ten Vagno­man, der auch in der Vor­be­rei­tung mit­un­ter Rechts­au­ßen auf­lief. Stil­ler könn­te even­tu­ell durch Andrés ersetzt wer­den, aber so wie wir unse­ren Trai­ner ken­nen, wird er Stil­ler ein­set­zen, wenn er kann — auch das im Super­cup nicht unbe­dingt sein müss­te. Füh­rich ist links eben­so gesetzt wie Wol­te­ma­de vor­ne, dahin­ter setzt Hoe­neß ver­mut­lich wie­der auf Undav statt auf Demi­ro­vic.

Statistik

Im Super­cup tref­fen bei­de Ver­ei­ne zum ers­ten Mal auf­ein­an­der. Für den VfB ist es die drit­te Teil­nah­me, für die Bay­ern die 18., bei der zehn Titel raus­spran­gen. Im Vor­gän­ger- und Nach­fol­ger­for­mat Liga­po­kal gelan­gen dem VfB zwei Sie­ge in sechs Spie­len: 1973 tra­fen Karl-Heinz Hand­schuh und Her­bert Höbusch zu einem 2:1‑Sieg, bes­ser in Erin­ne­rung ist viel­leicht der Sieg im Halb­fi­na­le 2005 nach Toren von Hitzl­sper­ger und Stranzl. Das Fina­le ver­lor der VfB damals mit 0:1 gegen Schal­ke.

Fazit

Einer­seits habe ich Lust auf Fuß­ball und den Pokal­sie­ger 2025 wie­der spie­len zu sehen. Ande­rer­seits habe ich über­haupt kein Gefühl dafür, wie die Bay­ern in die­ses Spiel gehen wer­den und ob unse­re Mann­schaft einen ähn­lich cou­ra­gier­ten aber auch kon­zen­trier­te­ren Auf­tritt hin­le­gen kann als vor einem Jahr in Lever­ku­sen. Sie­ge gegen die Bay­ern wie der auf dem Weg zur Vize­meis­ter­schaft haben immer noch Sel­ten­heits­wert — das hat auch die letz­te Sai­son gezeigt. Abge­se­hen davon muss die Mann­schaft auch zei­gen, dass sie aus den Unzu­läng­lich­kei­ten der Rück­run­de — die durch den Pokal­sieg ja nicht aus dem Fokus rücken soll­ten — gelernt haben. Chan­cen nut­zen, hin­ten kon­zen­triert ste­hen, dann holen wir den Kir­mes-Cup. Alles drun­ter wird nicht rei­chen.

Titel­bild: © Alex Grimm/Getty Images

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