Rund um den nächsten Gegner: Im Gespräch mit dem Bratislava-Podcast My sme belasí

Heu­te Abend trifft der VfB in der Cham­pi­ons League schon wie­der auf Slo­van Bra­tis­la­va. Wie beim letz­ten Auf­ein­an­der­tref­fen spra­chen wir vor­her mit dem Slo­van-Pod­cast My sme bela­sí über die Lage beim slo­wa­ki­schen Meis­ter.

Rund um den Brust­ring: Hal­lo noch ein­mal und vie­len Dank, dass Ihr Euch die Zeit genom­men habt, unse­re Fra­gen zu beant­wor­ten. Der VfB Stutt­gart und Slo­van Bra­tis­la­va tref­fen in der Cham­pi­ons League zum zwei­ten Mal inner­halb von drei Jah­ren auf­ein­an­der. Beim letz­ten Mal haben wir im Tehe­l­né pole gewon­nen. Wie blickt Ihr heu­te auf die­ses Spiel?

My sme bela­sí: Ich erin­ne­re mich, dass es nicht kata­stro­phal war, aber von einer guten Leis­tung waren wir weit ent­fernt. Unse­re Außen­bah­nen waren defen­siv völ­lig über­for­dert, und Stutt­gart war ein­deu­tig die bes­se­re Mann­schaft. Mit einem spä­ten Tor konn­ten wir das Ergeb­nis noch ein­mal knapp gestal­ten, kas­sier­ten aber kurz dar­auf direkt den nächs­ten Gegen­tref­fer. Am Ende hat uns das also nichts gebracht.

Wie habt Ihr reagiert, als Slo­van und Stutt­gart im August erneut ein­an­der zuge­lost wur­den?

Ehr­lich gesagt war ich ent­täuscht. Ich habe nichts gegen Stutt­gart – seit Sau­er dort ist, drü­cke ich dem VfB sogar ein biss­chen die Dau­men. Aber ich den­ke, die Fans hat­ten gehofft, auch ein­mal ein paar neue Mann­schaf­ten erle­ben zu kön­nen.

Slo­van star­tet erneut als slo­wa­ki­scher Meis­ter in die Cham­pi­ons League. Tat­säch­lich habt ihr die ver­gan­ge­nen acht Meis­ter­schaf­ten alle­samt gewon­nen. Ist Slo­van zu groß für die eige­ne Liga?

Defi­ni­tiv. Unse­re Mög­lich­kei­ten und finan­zi­el­len Mit­tel sind völ­lig über­di­men­sio­niert, und das führt zu ech­ten Pro­ble­men. Weder die Spie­ler noch die Fans kön­nen sich für die Liga noch rich­tig moti­vie­ren, weil wir am Ende immer Meis­ter wer­den – ganz egal, wie schlecht wir in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gespielt haben. Es ist eine selt­sa­me Situa­ti­on: Wir sind zu groß für die Liga, aber gleich­zei­tig noch zu klein, um in Euro­pa wirk­lich etwas zu errei­chen.

Momen­tan steht Slo­van auf dem vier­ten Platz und kam am Wochen­en­de gegen Ska­li­ca nicht über ein Unent­schie­den hin­aus. Ist das nur eine Form­kri­se oder seht Ihr den neun­ten Meis­ter­ti­tel in Fol­ge in Gefahr?

Genau das mei­ne ich. Es ist eine Art Erfolgs­pa­ra­do­xon: Die Spie­ler haben das Gefühl, sie könn­ten sich alles erlau­ben und wür­den am Ende trotz­dem gewin­nen. Aber das ist kei­nes­wegs garan­tiert, und genau des­halb kommt es zu sol­chen Ergeb­nis­sen. Die emo­tio­na­le Erschöp­fung nach den euro­päi­schen Qua­li­fi­ka­ti­ons­spie­len spielt dabei sicher­lich eben­falls eine Rol­le.

Vor zwei Jah­ren hat Slo­van alle sei­ne Spie­le in der Cham­pi­ons League ver­lo­ren. Wie schätzt Ihr eure Chan­cen ein, in die­ser Sai­son Spie­le zu gewin­nen und viel­leicht sogar die Play-offs zu errei­chen?

Wenn es den Spie­lern gelingt, alles aus sich her­aus­zu­ho­len und ihre abso­lu­te Best­form zu errei­chen, hal­te ich viel­leicht sechs Punk­te für mög­lich. Aber auch null Punk­te wären kei­ne Kata­stro­phe, denn in jedem ein­zel­nen Spiel sind wir auf dem Papier der Außen­sei­ter. Wei­ter­zu­kom­men ist ziem­lich uto­pisch.

Wo lie­gen der­zeit die Stär­ken und Schwä­chen dei­ner Mann­schaft?

Unse­re größ­te Stär­ke ist Andraž Šporar. Der Typ wür­de selbst mit ver­bun­de­nen Augen ein Tor schie­ßen. Die Schwä­che ist wahr­schein­lich das ins­ge­samt feh­len­de Qua­li­täts­ni­veau für die­se Art von Fuß­ball sowie die Ein­stel­lung eini­ger Spie­ler.

Vor zwei Jah­ren war Vla­di­mir Weiss Euer Trai­ner, der inzwi­schen für die Natio­nal­mann­schaft ver­ant­wort­lich ist. Wie zufrie­den seid Ihr mit sei­nem Nach­fol­ger Yaya Tou­ré, dem ehe­ma­li­gen Natio­nal­spie­ler der Elfen­bein­küs­te, der auch für Man­ches­ter City und den FC Bar­ce­lo­na gespielt hat?

Der Start war sowohl spie­le­risch als auch ergeb­nis­tech­nisch fan­tas­tisch. Inzwi­schen sind wir auf eini­ge Pro­ble­me gesto­ßen – ich wür­de noch nicht von einer Kri­se spre­chen –, die Trai­ner Tou­ré lösen muss. Des­halb möch­te ich mir noch kein abschlie­ßen­des Urteil bil­den. Alles braucht sei­ne Zeit.

Natür­lich hat sich die Mann­schaft seit unse­rem letz­ten Auf­ein­an­der­tref­fen auch ver­än­dert. Auf wel­che Spie­ler soll­ten wir beson­ders ach­ten?

Wie bereits erwähnt: Andraž Šporar. Er ist ein Füh­rungs­spie­ler, eine ech­te Per­sön­lich­keit und eine Tor­ma­schi­ne. Ein wei­te­rer inter­es­san­ter Spie­ler ist der jun­ge Mar­cel­li. Nach sei­ner lan­gen Ver­let­zungs­pau­se muss er in die­ser Sai­son den nächs­ten Schritt machen und sein enor­mes Poten­zi­al aus­schöp­fen.

Beob­ach­ten soll­te man außer­dem Peter Pokorný, der in vie­ler­lei Hin­sicht an den berühm­ten Sta­nis­lav Lobot­ka vom SSC Nea­pel erin­nert.

Zum Abschluss: Wie sieht Eurer Mei­nung nach die Start­elf von Slo­van aus, und wie lau­tet Euer Tipp für das Ergeb­nis?

Takač – Black­man, Mar­ko­vić, Bajrić, Cruz – Pokorný, Mar­tí­nez – Bar­seg­hyan, Mar­cel­li, Sulei­man – Šporar

Was mei­nen Tipp angeht, wür­de ich rea­lis­tisch betrach­tet sagen, dass sich ein 1:3 durch­aus wie­der­ho­len könn­te.

Titel­bild: © Chris­ti­an Hofer/Getty Images

 

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