Rund um das Spiel gegen Union Berlin

Nach zwei Aus­ru­fe­zei­chen war­tet mit Uni­on Ber­lin der nächs­te schwe­re Bro­cken auf uns.

Natür­lich müss­ten wir nach den bei­den Sie­gen gegen die direk­te Kon­kur­renz vol­ler Stolz und Selbst­ver­trau­en in das Duell gegen Uni­on Ber­lin gehen, aber wir Schwa­ben haben nicht umsonst den Ruf Brudd­ler zu sein und des­we­gen den­ke ich mir seit dem Abpfiff Diens­tag­abend, dass es nichts typi­sche­res gäbe, als aus­ge­rech­net gegen Uni­on Ber­lin zu ver­lie­ren. Aber gut, ich ver­su­che opti­mis­tisch zu blei­ben, auch weil gera­de irgend­wie alles beim VfB funk­tio­niert. Lewe­ling strotzt nur so vor Selbst­be­wusst­sein, vor allem gegen den Ball wirkt es wahr­schein­lich selbst für den gestan­dends­ten Bun­des­li­ga-Innen­ver­tei­di­ger ein­schüch­ternd, wenn Lewe­ling zum Pres­sing ansetzt. Undav ist in der Form sei­nes Lebens und hat sogar ein Tor mehr geschos­sen, als in der Vize­meis­ter-Hin­run­de. Doch nicht nur Undav und Lewe­ling kön­nen an alte Erfol­ge anknüp­fen, auch Chris Füh­rich hat sein Jam wie­der­ge­fun­den. Dazu kommt noch ein Niko­las Nar­tey, der wie ein gefühl­ter Neu­zu­gang wirkt. Doch wor­an liegt das? Wie konn­te der VfB wie­der in die Erfolgs­spur zurück­fin­den? Die Ant­wort ist Sebas­ti­an Hoe­neß. Ich hat­te wäh­rend unse­rer Down­pha­se vor einem Jahr schon befürch­tet, es käme zu einer ähn­li­chen Implo­si­on wie damals zu sei­nen Hof­fen­heim-Zei­ten, doch er hat wohl dazu­ge­lernt und schafft es sich immer neu zu ent­wi­ckeln. Das macht aus einem guten einen über­ra­gen­den Trai­ner. Man hat es schließ­lich oft gese­hen: Trai­ner kommt, Mann­schaft spielt bes­se­ren Fuß­ball, die Geg­ner fin­den eine Lösung, Mann­schaft ver­liert, Trai­ner fin­det kei­ne Ant­wor­ten, Trai­ner wird ent­las­sen und kann nir­gends­wo an alte Erfol­ge knüp­fen. Hoe­neß dage­gen hat sich wei­ter­ent­wi­ckelt und schreckt nicht davor zurück, aktu­el­le Trends zu kopie­ren. Eini­ge Tak­tik­blog­ger, die ich so ver­fol­ge, haben unab­hän­gig von ein­an­der ange­merkt, dass Hoe­neß den glei­chen Fuß­ball wie Kom­pa­ny spie­len lässt. Enge Mann­de­ckung gepaart mit regel­mä­ßi­ger Rota­ti­on auf den Platz – ver­ein­facht gesagt.

Ich fin­de, ich über­trei­be nicht, wenn ich sage Hoe­neß ist einer der bes­ten Trai­ner der Bun­des­li­ga. Klar, Kom­pa­ny von den Bay­ern muss man viel­leicht über ihn set­zen, aber den­noch, wer soll bes­ser sein? Und da fal­len mir nicht vie­le ein, um ehr­lich zu sein. Ich habe gro­ßen Respekt vor sei­ner Arbeit. Ich befürch­te trotz­dem, dass er die längs­te Zeit VfB Trai­ner war. Nicht, dass ich sein Raus­schmiss erwar­te – im Gegen­teil. Ich befürch­te, soll­ten wir uns nicht für die Cham­pi­ons League qua­li­fi­zie­ren und soll­te der VfB ihm nicht einen kon­kur­renz­fä­hi­gen Kader zur Ver­fü­gung stel­len, wer­den zwangs­läu­fig ande­re Ver­ei­ne nach ihm grei­fen. Gera­de sind Chel­sea, Man­ches­ter United und Real Madrid auf Trai­ner­su­che und, auch wenn viel­leicht Real sich nach einer gestan­de­nen Trai­ner­per­sön­lich­keit umschau­en wird, die gro­ßen eng­li­schen Clubs wer­den auf jeden Fall den ein oder ande­ren Scout ins Neckar­sta­di­on geschickt haben.

Aber gut ich schwei­fe ab, zurück zu Uni­on Ber­lin. Die Eiser­nen konn­ten sich aus den Abstiegs­kampf befrei­en und ste­hen im Tabel­len-Nie­mands­land. Die Ten­denz geht eher Rich­tung Euro­pa als dass sie wie­der mit Ban­gen auf Platz 16 schau­en. Baum­gart hat sie auf jeden Fall wei­ter­ent­wi­ckelt und sie sind auch nicht mehr eine Mann­schaft, die auf Erfah­rung und Men­ta­li­tät setzt, son­dern haben den ein oder ande­ren jun­gen Spie­ler, mit Poten­zi­al zu mehr. Allen vor­an Leo­pold Quer­feld ist im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes ein gro­ßes Talent. Mit sei­nen 1,90m ist der 22-jäh­ri­ge Öster­rei­cher ein Leucht­turm in der Ver­tei­di­gung und könn­te den Eiser­nen sehr viel Geld in die Kas­sen spü­len. Auch Stür­mer Ily­as Ansah, der für wenig Geld als Pader­born kam, macht mit sei­nen 21 Jah­ren einen sehr guten Ein­druck und könn­te eben­falls sich zu einem rich­ti­gen Gold­esel ent­wi­ckeln.

Personalsituation

Ist unver­än­dert zum Spiel gegen Frank­furt. Zumin­dest wur­den kei­ne Neu­ig­kei­ten kom­mu­ni­ziert.

Mögliche Startaufstellung

meineaufstellung.de

Ich ver­mu­te Hoe­neß schmeißt biss­chen die Rota­ti­ons­ma­schi­ne ein. And­res gibt Stil­ler sei­ne ver­dien­te Pau­se und bekommt Spiel­pra­xis. Das glei­che gilt für Assi­gnon rechts.

Statistik

Von ins­ge­samt elf Duel­len zwi­schen dem VfB und dem 1. FC Uni­on Ber­lin konn­te Stutt­gart drei Spie­le gewin­nen, wäh­rend Uni­on Ber­lin vier Sie­ge ver­bu­chen konn­te. Vier Par­tien ende­ten unent­schie­den. Im Kalen­der­jahr 2025 konn­te Uni­on Ber­lin ins­ge­samt vier Punk­te gegen den VfB holen. Unver­ges­sen bleibt wahr­schein­lich das spek­ta­ku­lä­re 4:4 an der alten Förs­te­rei, mit zwei Traum­to­ren von Mil­lot und von Quer­feld. Zuhau­se im Neckar­sta­di­on konn­te Uni­on Ber­lin bis­lang ein­mal gewin­nen. Damals gegen Mat­a­raz­zos Mann­schaft gewann man 1:0, was auch das letz­te Spiel des US-Ame­ri­ka­ners als VfB-Trai­ner war. Unter Hoe­neß gewann der VfB jedes Heim­spiel gegen die Eiser­nen.

Uni­on Ber­lin setzt auf einen sehr kämp­fe­ri­schen Fuß­ball. Sie bege­hen die meis­ten Fouls der Bun­des­li­ga und haben die zweit­meis­ten gel­ben Kar­ten kas­siert. Sie haben die schwächs­te Pass – und Ball­be­sitz­quo­te der Liga. Das liegt dar­an, dass sie beson­ders auf lan­ge Bäl­le set­zen. Sie haben die wenigs­ten kur­ze  Päs­se der Liga gespielt und schla­gen dafür die viert­meis­ten Bäl­le in die Spit­ze.

Fazit

Ein typisch schwie­ri­ger Geg­ner, gegen den wir was gut zu machen haben. Ich den­ke, wenn wir wei­ter so machen wie bis­her, soll­te uns Uni­on kei­ne Stei­ne in den Weg legen. Aber ich erwar­te ein ver­krampf­tes und umkämpf­tes Spiel mit hof­fent­lich Match­glück auf Sei­ten unse­res VfB.

Titel­bild: © Sebas­ti­an Widmann/Getty Images

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