Rund um das Spiel gegen München

Nach den schlech­ten Ergeb­nis­sen kom­men aus­ge­rech­net die schwe­ren Geg­ner. Los geht es am heu­ti­gen Frei­tag­abend mit dem Rekord­meis­ter und Tabel­len­drit­ten der ver­gan­ge­nen Sai­son.

Wir hat­te es ja erst am Mitt­woch­abend im Pod­cast davon: Klar waren die letz­ten VfB-Spie­le alles ande­re als ver­gnü­gungs­steu­er­pflich­tig und die Mann­schaft mit dem Brust­ring hat sich um eine bes­se­re Aus­gangs­po­si­ti­on gebracht. Aber so dra­ma­tisch, wie es mit­un­ter gemacht wird, ist die Situa­ti­on nun auch wie­der nicht. Vor dem Spiel gegen die Bay­ern, das den 24. Bun­des­li­ga-Spiel­tag eröff­net, ste­hen wir auf Platz 7 und sind nach wie vor in Schlag­di­stanz, nicht nur zu den Euro­pa­po­kal­plät­zen, son­dern sogar zu Platz 4. Und den zu errei­chen wäre zwar phä­no­me­nal, kann aber nicht die Erwar­tungs­hal­tung sein. Über die ver­spiel­ten Punk­te der letz­ten Woche kann man sich ärgern, die Sai­son für geschei­tert zu erklä­ren soll­te man aller­dings tun­lichst ver­mei­den. Denn auch wenn die nächs­ten Wochen schwie­rig wer­den — danach kom­men wie auch in der Hin­run­de wie­der schlag­ba­re­re Geg­ner.#

Was alle die­se Spie­le, egal gegen wen gemein haben: Die Mann­schaft muss wie­der einen Weg fin­den, an ihr Limit zu kom­men. Gegen Wolfs­burg wursch­tel­te man sich lan­ge durch und gab dann trotz Füh­rung alles aus der Hand, beim Heim­spiel in Sins­heim wur­de man für die schlech­te Chan­cen­ver­wer­tung bestraft, aber auch dafür, dass die Span­nung im Ver­lauf des Spiels immer mehr abfiel. Gegen die Bay­ern kön­nen wir uns all das nicht erlau­ben, viel­mehr muss die Mann­schaft all die Eigen­schaf­ten an den Tag legen, die sie zuletzt ver­mis­sen ließ: Wider­stands­fä­hig­keit, Kon­zen­tra­ti­on und vor allem Kalt­schnäu­zig­keit vor dem Tor. War­um das aus­ge­rech­net im Süd­gip­fel (ich nenn den jetzt ein­fach wie­der so) funk­tio­nie­ren soll? Weil die Mann­schaft, ja ich wie­der­ho­le mich, immer wie­der gezeigt hat, dass sie in der Lage ist, sich der Auf­ga­be ent­spre­chend zu stei­gern. Und weil viel­leicht die drit­te vol­le Trai­nings­wo­che in Fol­ge end­lich Ergeb­nis­se zeigt. Lei­der gibt es bei der

Personalsituation

ein paar Rück­schlä­ge: Ameen Al-Dak­hil ist immer noch nicht fit, zudem hat Leo Ster­giou wohl fast das gesam­te Hof­fen­heim-Spiel mit einer Fer­sen­ver­let­zung gespielt. Dafür kann El Bil­al schein­bar in der kom­men­den Woche schon gro­ße Tei­le des Mann­schafts­trai­nings mit­ma­chen. Niko Nar­tey hat sich lei­der beim Sieg der zwei­ten Mann­schaft gegen Cott­bus eine Ober­schen­kel­ver­let­zung zuge­zo­gen. Daxo Zag­adou und Luca Rai­mund sind wei­ter­hin raus.

Auch zur

Möglichen Startaufstellung

hat sich Sebas­ti­an Hoe­neß schon geäu­ßert:

Denn er hat bereits ange­deu­tet, dass er Finn Jeltsch auch einen Ein­satz gegen den Tabel­len­füh­rer zutraut. Vagno­man wird Ster­giou erset­zen, der Rest der Vie­rer­ket­te ist klar, eben­so wie die Dop­pel­sechs.  Vor­ne soll­ten Mil­lot und Demi­ro­vic wie­der die Mög­lich­keit bekom­men, ihre Qua­li­tä­ten zu bewei­sen. Füh­rich ist als ein­zi­ger, der offen­siv aktu­ell Nor­mal­form hat, gesetzt. Undav auf einer eher unge­wohn­ten halb­rech­ten Posi­ti­on fän­de ich span­nend, gab es mei­ner Erin­ne­rung nach letz­te Sai­son durch aus schon, als vor­ne Gui­ras­sy gesetzt war. Von Anfang an die vol­le Feu­er­power auf den Platz zu brin­gen ist auf jeden Fall kei­ne schlech­te Idee.

Statistik

Denn die Bay­ern sind mal wie­der in fast jeder Sta­tis­tik liga­weit unan­ge­foch­te­ne Spit­ze: Meis­te Punk­te, meis­te Tore, wenigs­te Gegen­to­re. Meis­te Elf­me­ter ver­wan­delt, bes­te Pass­quo­te, der meis­te Ball­be­sitz, die zweit­we­nigs­ten Kar­ten, die wenigs­ten Fouls und selbst in den Lauf­sta­tis­ti­ken sind sie rela­tiv weit vor­ne zu fin­den. Was auch zur Wahr­heit gehört: Außer bei gelau­fe­nen Kilo­me­tern, Sprints und inten­si­ven Läu­fen ist der VfB jetzt sta­tis­tisch nicht so weit hin­ten dran. Tabel­la­risch natür­lich vor dem 112. Auf­ein­an­der­tref­fen mitt­ler­wei­le schon ein biss­chen, aber zwei Spiel­zei­ten in Fol­ge vor den Bay­ern zu lan­den, die nur gegen Mainz ver­lo­ren und gegen Dort­mund, Frank­furt und zwei Mal gegen Lever­ku­sen Punk­te gelas­sen haben, wäre schon außer­ge­wöhn­lich. Auch die Top­spie­ler — Kane mit 21 Toren und zehn Vor­la­gen, Musia­la mit elf Toren und Oli­se mit elf Vor­la­gen — sind kei­ne Über­ra­schung. Eben­so wenig wie die Tat­sa­che, dass Spie­le gegen die Bay­ern in neun von zehn Fäl­len eine undank­ba­re Ange­le­gen­heit sind.

Fazit

Denn meist blei­ben trotz einer “cou­ra­gier­ten Leis­tung” trotz­dem kei­ne Punk­te für uns übrig. Was soll’s! Ich will vor allem eine VfB-Mann­schaft sehen, die men­tal uns kör­per­lich alles in die­ses Spiel rein­wirft und beweist, dass mit ihr wei­ter­hin zu rech­nen ist im Kampf und den Euro­pa­po­kal. Ob es dann am Ende zu einem Punkt­ge­winn reicht, wer­den wir sehen. Haupt­sa­che wir schla­gen uns nicht wie­der sel­ber.

Titel­bild: © Alex Grimm/Getty Images

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