Heute reist der VfB Stuttgart in die rheinland-pfälzische Hauptstadt. Dort erwartet uns das Kellerkind Mainz 05, welches aber gerade im Aufwind ist. Wie es beim Karnevalsverein läuft, verrät uns Mainz-Fan Daniel.
Rund um den Brustring: Wie ist die Lage bei den Mainzern?
Daniel: Zurzeit würde ich die Lage als etwas „kribbelig“ beschreiben. Jetzt kommt so langsam die heiße Phase der Saison, wo es nochmal richtig spannend wird und dazu die Doppelbelastung wieder grüßt. Dazu fehlt leider unser wichtigster Spieler mit Amiri, was hinsichtlich der Conference League-Spiele und kommenden Gegner echt nicht optimal ist.
Unter Fischer hat sich Mainz stabilisiert, wie groß ist noch die Abstiegsangst?
Punktetechnisch ist das unten zwar eng, aber leistungstechnisch mache ich mir persönlich echt keine Sorgen. Wenn man den Auftritt von Samstag aus Leverkusen sich ansieht, dann hat man über weite Strecken ein sehr diszipliniertes Spiel gemacht. Und wenn man gegen direkte Konkurrenten punktet, macht es die Sache etwas einfacher. Gegen Stuttgart ist jeder Punkt Gold wert, wichtiger wird jedoch das Spiel in Bremen.
Was läuft unter Fischer anders, als unter Henriksen?
Urs Fischer kann man eigentlich als Anti-Bo-Henriksen bezeichnen, sowohl an der Seitenlinie als auch taktisch. Bei Fischer steht die Defensive deutlich kompakter (Ausnahme das 0:4 in Dortmund), der Spielaufbau wirkt überlegter, und die Mannschaft zeigt auch ein selbstbewussteres Auftreten.
Mit Silas stieß im Winter ein Publikumsliebling vom VfB zu den Mainzern, wie macht sich der Kongolese?
Ich kann offen und ehrlich sagen, dass ich Silas schon beim VfB klasse fand und jetzt bei Mainz noch mehr, so sehr, dass ich mir direkt ein Trikot mit seinem Namen bestellt habe. Dribbling und Tempo sind astrein, nur seine Entscheidungsfindung im letzten Drittel und sein Abschluss sind etwas unglücklich. Hat zwar das Traumsolo gegen das Konstrukt mit einem Tor gekrönt, er könnte jedoch gut und gerne schon bei vier bis Toren stehen.
In der Conference League wartet Sigma Olmutz auf die Mainzer, wie schätzt Du das Los ein?
Ich kann ehrlicherweise das Los gar nicht einschätzen. Wer es jedoch in die KO-Phase schafft, muss einen sportlichen Grund haben und das darf man einfach nicht unterschätzen. Auch wenn sie einen absurden Namen haben (hinsichtlich des Internets).
Wie weit denkst Du schafft ihr es in der Conference League?
Hochmut kommt vor dem Fall, aber ich bin sehr optimistisch, dass diese Saison der erste Titel in den Schrank wandert. Mit Straßburg wartet im Viertelfinale wahrscheinlich der schwierigste Gegner von allen (vorausgesetzt wir und der RCS kommen weiter). Aber wie heißt es so schön? Wenn du der Beste sein willst, musst du jeden schlagen können. Und warum sollte man nicht vom großen Coup träumen? Es ist jedenfalls bereits die Unterkunft in Leipzig gebucht.
Wie würdest du den Mainzer Fußball beschreiben? Was sind die Stärken und Schwächen?
Ich glaube das Stichwort unter Fischer ist „defensiv diszipliniert“. Der defensive Verbund hat eine positive Entwicklung genommen. Als Schwäche sehe ich, dass man sich schwer tut sich für Leistungen zu belohnen, siehe Leverkusen. Da machst du ein tolles Spiel und verlierst zwei Punkte aufgrund einer Achtsamkeit, die natürlich sofort bestraft wird.
Welcher ist dein Mainzer Spieler der bisherigen Saison?
Amiri. Bei einer Top 3 gehe ich noch mit Batz und Potulski.
Wie sieht die Personalsituation vor dem Duell gegen den VfB aus?
Wie bereits erwähnt ist Amiri verletzt, der sich ja im Oktober zum Liebling in Stuttgart gekrönt hat (nicht). Weiterhin ist Zentner verletzt, Batz macht es als Ersatz aber brutal stark. Hollerbach fällt ebenso aus, genauso wie Caci und Hanche-Olsen. Bestimmt habe ich noch jemanden vergessen.
Was ist dein Tipp für das Spiel?
Ich bin im Tippen leider sehr inkonsistent was meine Trefferquote betrifft, weshalb ich auf ein absurdes und unrealistisches 4:3 für Mainz tippe.
Vielen Dank!
Titelbild: © Alex Grimm/Getty Images