Es geht wieder los! Und der VfB muss direkt zum Zahnarzt.
Andererseits: Bayern-Spiele sind das, was man draus macht. Nach zuletzt eher unerfreulichen Ergebnissen (siehe unten) mit dem typischen Spielverlauf (ein bisschen an der Überraschung schnuppern und dann Harry Kane zu viel Platz lassen) könnte ein VfB, der Stand jetzt seine Mannschaft bis auf die Verletzten komplett zusammen hat, vielleicht heute Abend mal wieder etwas mehr holen als nur die Schulterklopfer, die diesmal sogar aus der ganzen Welt kommen würden. Schließlich sind die Bayern die einzige Hürde in der Bundesliga, die der VfB unter Sebastian Hoeneß noch nicht genommen hat. Alle anderen Angstgegner im oberen Tabellendrittel konnte man in den letzten Jahren auf Augenhöhe zurecht stützen, nur den Rekordmeister nicht.
Im schlimmsten Fall haben wir wenig zu verlieren und können am zweiten Spieltag mit dem Punkten anfangen. Insofern bin ich sogar recht entspannt, was die Partie angeht, zumal die Mannschaft am vergangenen Wochenende gezeigt hat, dass sie willens und in der Lage ist, auch unangenehme Auswärtsspiele bei Drittligisten seriös und engagiert anzugehen. Und genau das kann auch in München ein Pfand sein, um den bestehenden Qualitätsunterschied zu überwinden. Sebastian Hoeneß sprach diese Woche im Interview mit Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten davon, dass man sich im “game management” weiterentwickeln wolle, also darin, das Spiel auch abseits des Balles unter Kontrolle zu kriegen, cleverer zu agieren. Für die bereits übernächste beginnende Champions-League-Saison könnte es keine bessere Vorbereitung geben als die Partie in München.
Personelle Lage
Bei Luca Jaquez könnte es, so Sebastian Hoeneß am Mittwoch, eine “Punktlandung” werden, für die sich ebenfalls im Aufbautraining befindlichen Leo Sauer und Lorenz Assignon reicht es nicht, außerdem fehlen weiterhin Dennis Seimen, Justin Diehl, Daxo Zagadou, Niko Nartey und Jeremy Arévalo. Was im Umkehrschluss heißt, dass Führich und Leweling beide spielfit sind.
Mögliche Aufstellung
Ich könnte mir vorstellen, dass Demirovic diesmal den Vorzug vor Pejcinovic erhält, um vorne auch ein wenig Rotation reinzubringen. Rechts hinten spielt wie schon für einen Großteil des Rostock-Spiels Vagnoman.
Statistik
Es ist das dritte Saison-Eröffnungsspiel, das der VfB bestreitet. 2007 spielte man als amtierender Meister 2:2 gegen Schalke, 2009 verlor man beim amtierenden Meister aus Wolfsburg. Die Bilanz gegen die Bayern ist nach dem Sieg in der Vizemeister-Saison wieder gewohnt ernüchternd. 0:3, 2:4, 0:5, 1:2, 1:3 und 0:4 hieß es zuletzt. Beide Mannschaften haben in dieser Saison je ein Pflichtspiel bestritten, der VfB schlug Rostock im Pokal, die Bayern den BVB im Egal-Pokal.
Fazit
Im Pokal ging es vor allem ums Weiterkommen, in München geht es vor allem um die Haltung. Wenn die Mannschaft die gleiche Intensität auf den Platz bringt wie zuletzt, kann ihr niemand einen Vorwurf machen. Am allerwenigsten sie selbst.
Titelbild: © Reinaldo Coddou H./Getty Images
