Rund um das Spiel gegen Dortmund

Die Län­der­spiel­pau­se ist vor­bei und der VfB geht in den Sai­son-End­spurt. Kön­nen wir unse­re Form gegen den Tabel­len­zwei­ten bestä­ti­gen?

Eigent­lich sind ja Län­der­spiel­pha­sen eher arm an VfB-The­men. Hier ein Test­spiel, da ein Trans­fer­ge­rücht, viel­leicht auch mal etwas abseits des grü­nen Rasens. Nicht so im März 2026, in dem sich an die Dis­kus­si­on, ob Deniz Undav zur Natio­nal­mann­schaft beru­fen wird, direkt jene anschließt, war­um und mit wel­cher Begrün­dung er nur 45 statt der vom weiß-roten Anhang erwar­te­ten 180 Minu­ten auf dem Feld steht. Nach zwei Sie­gen aus zwei Test­spie­len steht der Bun­des­trai­ner Mona­te vor dem Tur­nier gefühlt bereits vor dem Aus. Die­je­ni­gen, denen sol­che Spie­le und die Welt­meis­ter­schaft im Som­mer wich­tig sind, soll­ten sich aller­dings schon mal fra­gen las­sen, ob es hier um den eige­nen Lieb­lings­spie­ler geht oder um den sport­li­chen Erfolg der Natio­nal­mann­schaft. Denn Letz­te­rer ist nicht allein von Ers­te­rem abhän­gig. Wenn es aber pri­mär um den Spie­ler geht und man des­halb in einem Test­spiel Laut­stär­ke sei­ne Ein­wechs­lung for­dert, dann ver­ste­he ich die hys­te­ri­schen Dis­kus­sio­nen um den Trai­ner nicht — auch wenn der aktu­ell mei­ne Mei­nung von ihm als abge­ho­be­nen Fatz­ke bestä­tigt.

Kom­men wir zum rich­ti­gen und wich­ti­gen Fuß­ball, näm­lich den letz­ten sie­ben Bun­des­li­ga- und hof­fent­lich zwei Pokal­spie­len des VfB in die­ser Sai­son. Die Mann­schaft mit dem Brust­ring hat das Aus in Por­to vor knapp zwei Wochen ziem­lich gut weg­ge­steckt und ist mit einem 5:2 auf Platz 3 ste­hend in die Pau­se gegan­gen. Eine schö­ne Zwi­schen­bi­lanz, die in den kom­men­den Wochen erst bestä­tigt wer­den muss, wenn es neben dem BVB am spä­ten Oster­sams­tag noch gegen alle ande­ren Top­mann­schaf­ten außer den schon besieg­ten Leip­zi­gern geht. Immer­hin: Die Teil­nah­me am Euro­pa­po­kal ist so gut wie sicher, soll­te jetzt kein kom­plet­ter Absturz fol­gen. Jetzt geht es dar­um, sich neue, mög­lichst hohe Zie­le zu set­zen und auf die­se kon­zen­triert hin­zu­ar­bei­ten. Heißt: Vol­le Kraft vor­aus in die Cham­pi­ons League.

Die Vor­aus­set­zun­gen dafür könn­ten aktu­ell kaum bes­ser sein. In ziem­lich genau drei Jah­ren Amts­zeit von Sebas­ti­an Hoe­neß, der aktu­el­len dritt­längs­ten eines VfB-Trai­ners der Neu­zeit, hat sich die Mann­schaft, haben sich ein­zel­ne Spie­ler wei­ter­ent­wi­ckelt. Die Mann­schaft tritt nach der Fabel­sai­son und dem dar­auf fol­gen­den Kater wesent­lich sta­bi­ler auf und muss jetzt noch ler­nen, Spie­le auch mal mit der etwas weni­ger fei­nen Klin­ge auf ihre Sei­te zu zie­hen. Die Lis­te der Spie­ler, die sich unter Hoe­neß zu Bun­des­li­ga-Leis­tungs­trä­gern und Natio­nal­spie­lern ent­wi­ckelt haben, wür­de hier den Rah­men spren­gen.

Personalsituation

Und sie ste­hen fast alle am Sams­tag­abend zur Ver­fü­gung. Nur Jova­no­vic und Zag­adou sind trotz Trai­nings­teil­nah­me noch nicht bereit für den Spiel­be­trieb, Jamie Lewe­ling hin­ge­gen könn­te nach zwei ver­pass­ten Län­der­spie­len wie­der dabei sein.

Mögliche Startelf

Es ist erst­mal vor­bei mit Rota­ti­on, jetzt könn­ten wir eigent­lich jede Woche mit der bes­ten Elf auf­lau­fen. Demi­ro­vic kriegt nach zwei anstren­gen­den, aber erfolg­rei­chen Play­off-Spie­len erst­mal ne kur­ze Pau­se. Weder Vagno­man, noch Assi­gnon über­zeu­gen mich aus­rei­chend, um gegen Dort­mund mit einer Vie­rer­ket­te zu star­ten.

Statistik

Das Wich­tigs­te zuerst: Seit dem 8. April 2022 und damit seit ziem­lich genau vier Jah­ren haben wir zu Hau­se nicht mehr gegen den BVB ver­lo­ren und haben mitt­ler­wei­le in 111 Bun­des­li­ga­ver­glei­chen auch mit 44 zu 41 Sie­gen die Nase vorn. Ob die­se Serie auch am Sonn­tag­mor­gen noch Bestand hat, wird davon abhän­gen, ob wir der zweit­bes­ten Mann­schaft der aktu­el­len Bun­des­li­ga-Sai­son Paro­li bie­ten kön­nen. Nicht nur nach Punk­ten sind die Dort­mun­der aktu­ell die Num­mer 2 hin­ter den Bay­ern, auch in so ziem­lich jeder ande­ren Sta­tis­tik — meist kurz vor dem VfB. Ein ech­tes Spit­zen­spiel also. Ex-VfBler Gre­gor Kobel hat liga­weit die meis­ten wei­ßen Wes­ten, bei den geschos­se­nen Toren ist Deniz Undav sei­nem ehe­ma­li­gen Brust­ring­kol­le­gen Ser­hou Gui­ras­sy aller­dings vor­aus. Inter­es­sant: Kei­ne Mann­schaft über­per­formt in der Liga nach expec­ted points der­art wie der BVB. 61 erspiel­ten ste­hen 49 erwar­te­ten gegen­über, bei kei­nem Kon­kur­ren­ten ist die Dis­kre­panz der­art groß. Mit 49 Punk­ten stün­den sie aber in der xP-Tabel­le trotz­dem auf Platz 2, der VfB mit 47 auf Platz 5.

Fazit

Natür­lich wäre es ein leich­tes, die Dort­mun­der als unse­re Lieb­lings-Geg­ner zu bezeich­nen. Dafür ist mir die Mann­schaft, die sich ihrer­seits auf dem Weg zu einer ver­eins­in­ter­nen Rekord­sai­son befin­det, aber zu gefähr­lich. Natür­lich läuft auch da nicht alles opti­mal, wie man am Wech­sel auf der Sport­di­rek­to­ren-Posi­ti­on sieht. Und na klar: Im Neckar­sta­di­on muss man erst­mal gewin­nen. Aber ent­spannt gehe ich in die­ses Spiel nicht rein. Gleich­zei­tig befin­den wir uns sie­ben Spiel­ta­ge vor Sai­son­ende in einer der­art kom­for­ta­blen Situa­ti­on, das eine Nie­der­la­ge nicht direkt das Ende aller Hoff­nun­gen bedeu­ten wür­de. Klar ist aber: Jetzt ist wirk­lich die schon vor ein paar Wochen aus­ge­ru­fe­ne Crunch-Time.

Titel­bild: © Alex Grimm/Getty Images

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