Werdegang

Er wechselte nach einer Saison mit Kurzeinsätze leihweise zum Aufsteiger NAC Breda. Bei Breda etablierte sich der mittlerweile 18jährige und wurde Stammspieler. Der NAC Breda Blog B‑Side Rats meinte dazu „Er war noch sehr jung, deshalb war seine Verpflichtung zunächst ein gewisses Risiko. Man hat aber sofort gesehen, dass er ein großes Talent ist und auf Eredivisie-Niveau sehr gut mithalten kann. Besonders für einen Aufsteiger wie NAC, der gegen den Abstieg kämpfte, war er eine echte Verstärkung.“ In der gleichen Saison debütierte er in der slowakischen Nationalmannschaft. Nachdem er alle U‑Mannschaften durchlief, nominierte ihn Trainer Franceso Calzona für das Länderspiel gegen Norwegen, wo er auch zu seinem ersten Einsatz kam. Mit seinen 18 Jahren ist er der jüngste slowakische Nationalspieler seit der Auflösung der Tschechoslowakei. Mit sieben Treffern sowie seinen zwei Vorlagen trug er zum Klassenerhalt des Meisters von 1921 bei. Dies bestätigten auch die B‑Side Rats:“ Er war der Hauptgrund dafür, dass wir in der Liga geblieben sind. Unsere Offensive bestand im Grunde oft daraus, Sauer den Ball zu geben und zu hoffen, dass er etwas daraus macht.“
Bei seiner Rückkehr zu Feyenoord gelang ihm zur Überraschung vieler auch in Rotterdam der Durchbruch. Der Feyenoord-Podcast Kein Geloel erklärt, „Sauer sollte bei Feyenoord Igor Paixão ersetzen, der in der Vorsaison unser bester Torschütze war. Tatsächlich wurde Paixão gar nicht durch einen Neuzugang ersetzt, weil unser Trainer Robin van Persie davon überzeugt war, dass Sauer als Stammspieler bereit dafür sei. Ich glaube, er war einer der wenigen, die das wirklich geglaubt haben. Deshalb hat es uns durchaus überrascht, denn wir dachten nicht, dass Sauer schon bereit wäre, dauerhaft Stammspieler zu sein.” Während er am 1. Spieltag gegen seinen Ex-Verein Breda nur eingewechselt wurde, durfte er die folgenden Partien starten. Gleich am zweiten Spieltag zahlte er das Vertrauen zurück, als er beim 2:1‑Auswärtssieg bei Excelsior Rotterdam den Siegtreffer vorbereitete. Auch in der Europa League setzte Trainer Robin van Persie auf den jungen Slowaken. Leo Sauer kam in sechs der acht Europapokal-Spiele zum Einsatz — unter anderem auch beim Gastauftritt im Neckarstadion — und traf sogar beim rumänischen Vertreter FCSB, wo Rotterdam allerdings sich 3:4 geschlagen geben musste. Leider kam er in der zweiten Saisonhälfte aufgrund zweier Verletzungen kaum zum Einsatz. Zunächst laborierte er an einer Oberschenkelverletzung, ehe ihn nach einem Kurzeinsatz gegen Ajax ein Muskelteilabriss außer Gefecht setzte, nach dem er in der Folge keine Minute mehr spielen konnte. Schuld an den Verletzungen sei laut Kein Geloel ein Einsatz in der Nationalmannschaft. „Als er endlich wieder fit war, wurde er für die slowakische Nationalmannschaft nominiert. Feyenoord ging davon aus, dass er dort höchstens kurz zum Einsatz kommen würde. Der Nationaltrainer stellte ihn jedoch von Beginn an auf, woraufhin er sich erneut verletzte und den letzten Teil der Saison verpasste. Ich hoffe, dass das nur unglücklicher Zufall war und er künftig verletzungsfrei bleibt. Allerdings schien die Belastung durch Europapokal, Liga und Nationalmannschaft für ihn zu diesem Zeitpunkt einfach zu hoch gewesen zu sein.“

Spieler-Profil
Leo Sauer ist ein rechtsfüßiger Linksaußen, der auch auf rechten Seite spielen kann. Die „B‑Side Rats“ und Kein Geloel sind sich beide einig, dass er sehr schnell ist, was sich vor allem in Kontersituationen bewährte. Die B‑Side Rats heben seinen rechten Fuß hervor. Außerdem loben sie seine Kreativität und Stärke im eins gegen eins. Ebenfalls sind sich beide einig, dass er sich gerade bei dominanten Ballbesitz schwer tut. „Etwas anfälliger ist er, wenn er in einer Mannschaft spielt, die ständig den Ball hat und überwiegend in der gegnerischen Hälfte agiert, so wie Feyenoord.“ meinen Kein Geloel.
Vorschau
Sein Wechsel nach Stuttgart soll ein nächster Schritt sein. Die „B‑Side Rats“ waren von dem Wechsel nach Deutschland nicht überrascht „Uns war klar, dass seine sportliche Obergrenze nicht in der Eredivisie liegt. Wir denken, er hat definitiv das Talent, in der Bundesliga zu spielen“. Sie fügen aber mahnend hinzu dass „er in seiner jetzigen Karrierephase in einer Mannschaft spielen [sollte], die häufiger auf Konter setzt“. Etwas, was konträr zu Hoeneß’ Ballbesitzspiel stehen könnte. Die Podcaster von Kein Geloel sind ebenfalls überzeugt von seinem Talent: “Das Potenzial ist definitiv vorhanden. Mal sehen, wie er sich bei Euch entwickelt. Er muss sich noch verbessern. Im Moment wirkt der Wechsel für ihn vielleicht etwas verfrüht, aber möglicherweise findet er beim VfB seinen Rhythmus und wird für euch ein richtig guter Spieler.“ Mit seiner Ablöse sind sie jedenfalls sehr zufrieden und sie glauben, dass die 15 Millionen Euro für den jetzigen Zeitpunkt viel zu hoch sind, da er sie doch etwas enttäuschte.
Fazit
Am Besten ist er mit Chris Führich zu vergleichen, der ähnliche Stärken hat, aber — vor allem in der Anfangszeit von Hoeneß — mit dem wenigen Raum seine Probleme hatte, weswegen er auch zeitweise aus der ersten Elf verschwand. Außerdem bleibt die Frage offen, ob die Verletzung eine einmalige Sache war oder uns ein Al Dakhil-Szenario drohen könnte. Wichtig wird es sein, ihn auch in engen Raum gegen tiefstehende Gegner zu schulen. Zurzeit hört er sich noch etwas nach einem One-Trick-Pony-Konterspieler an. Das ist auch aufgrund seines jungen Alters nicht überraschend. Allerdings muss er spätestens in zwei Jahren ein Stammspieler sein. Andernfalls könnte es aufgrund der doch recht hohen Ablöse unruhig um ihn werden.
Titelbild: © Dean Mouhtaropoulos/Getty Images