Mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Köln startet der VfB heute Abend so richtig in die Saison. Wir sprachen vor der Partie mit FC-Fan Ursula über die Lage am Rhein.
Rund um den Brustring: Der FC ist mit einem Sieg im Pokal in Würzburg in die Saison gestartet und schlug am vergangenen Wochenende Hoffenheim mit 3:2. Wie zufrieden bist Du mit dem Saisonstart?
Ursula: Vom Ergebnis her geht es nicht besser, an der Performance muss noch gearbeitet werden, da sind viele neue Spieler auf dem Platz.
Es ist die zweite Saison nach dem Wiederaufstieg 2024 und die ist ja bekanntlich die Schwerste. Gilt das auch für den 1. FC Köln?
Ach, du, ich habe bisher kaum eine “nicht schwere” Saison beim FC erlebt.…
Das große Thema des Sommers war die Zukunft von Saïd El Mala. Diese liegt nun vorerst in Köln. Wie bewertest Du diesen ganzen Trubel um seine Person und wie wichtig ist er für den FC auf und neben dem Platz?
Wenn ich darüber nachdenke, dass er erst seit zwei Jahren quasi professionell trainiert und spielt, finde ich ihn sehr beeindruckend. Das ist kein “fertiger” Spieler, das ist einer, der noch im Aufbau ist, er hat ein enormes Motivations- und Mobilisierungspotential, eine absolut positive Ausstrahlung, tolle Körpersprache, er hat die 10, mehr kann man in Köln nicht haben. Ich wünsche ihm, dass er sich nicht verletzt, im Fanshop funktioniert er ebenfalls gut — er ist halt kölsch.
Abgesehen von El Malas Vertragsverlängerung tätigte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler einige — von außen betrachtet — interessante Transfers. Neben Bologna-Leihgabe und Doppeltorschütze Thijs Dallinga holte man Tom Kraus aus Mainz, und Ellyes Skhiri kam aus Frankfurt zurück. Außerdem verpflichtete Keßler vier Spieler aus den Nachwuchsakademien von Clubs wie Manchester City, PSG und Benfica. Wie zufrieden bist Du mit dem Transfersommer?
Ich habe mich mit dem Konzept dahinter befasst und ich glaube daran, dass das Scouting da wirklich gut gearbeitet hat. Shkiri hab ich immer geliebt, mal gucken, wie schnell er in seine Form zurückfindet, wenn er als Sechser wieder ans Laufen kommt, umso besser, der fehlt ja schon länger. Krauss finde ich gut, Lochoshvili fand ich gut, auf Heskey und Moore bin ich gespannt, Dallinga darf gerne so weitermachen. Die Frage kann übrigens nicht sein, ob ich zufrieden bin, sondern, ob das Konzept aufgeht.
Unser heutiger CEO Alexander Wehrle ist ja in Köln in der Rückschau bei vielen nicht besonders gut gelitten und es ist noch nicht lange her, da konnte der FC wegen des Transfers von Potocnik zwei Transferperioden keine Spieler verpflichten. In welcher Lage befindet sich der FC aktuell abseits des Platzes?
Der Blick nach vorne ist, aus vielen Gründen, spannender als der Blick zurück: Wir haben einen Teil Schulden abgetragen, so dass Durchatmen wieder besser geht, einige Besetzungen wurden verändert, aus Personalentwicklungssicht sogar verbessert, die gute Laune ist zurück, vielleicht wird sogar gebaut. Und schöne Trikots.…..
René Wagner geht in seine zweite Saison in Köln. Wie bewertest Du seine Arbeit bisher?
Ich freue mich über einen Trainer, der leise Worte und ganze Sätze beherrscht, seine Arbeit nach sechs Monaten inklusive Sommerpause zu beurteilen, halte ich für verfrüht.
Wo siehst Du aktuell die Stärken und Schwächen des FC und auf wen müssen wir neben El Mala besonders aufpassen?
Wir sind emotional, wir haben die besten Fans der Liga, wir können singen — aufpassen? Ich sage jetzt nicht Dallinga, vielleicht sage ich gimme moore?
Zum Abschluss: Dein Tipp für Startelf und Ergebnis am Freitagabend?
Die Startelf könnte die gleiche sein wie gegen Hoffenheim, abgesehen von Dallinga und eventuell El Mala und der Tipp tut mir weh, aber 2:1.
Titelbild: © Neil Baynes/Getty Images