Gegen einen alten Bekannten bestreitet der VfB das letzte Spiel der Europa-League-Ligaphase und hofft noch ein wenig auf den Einzug ins Achtelfinale.
So ein bisschen nervt die Niederlage in Rom vergangene Woche immer noch. Denn ein Unentschieden oder mit noch mehr Biss ein Sieg wäre im Olimpico durchaus drin gewesen und damit größere Chancen aufs Achtelfinale. Ich kann mich aber auch nicht wirklich grämen, dass der VfB zum ersten Mal seit knapp 13 Jahren wieder ein K.O.-Spiel in einem europäischen Wettbewerb bestreiten wird — damals trat man im, genau, Olympiastadion in Rom zum Rückspiel bei Lazio an, verlor mit 1:3 und schied aus. Dennoch geht es heute Abend natürlich darum, in der Tabelle möglichst weit oben zu landen, um einen auf dem Papier möglichst leichten Gegner in den Playoffs zu bekommen. Dass wir in der Lage sind, gegen die untere Tabellenhälfte der Europa League zu spielen und zu gewinnen, haben wir zumindest gegen Feyenoord (aktuell 26.), Deventer (30.) und Tel Aviv (36.) gezeigt, zumal es ja jetzt über zwei Spiele geht. Die Mehrbelastung darf man natürlich nicht außer Acht lassen, personell sehe ich uns aber aktuell trotzdem gut aufgestellt. Stressig wird es natürlich trotzdem, vor allem für uns Fans, denn zwischen Auslosung am Freitag und dem Hinspiel, das optimalerweise auswärts ist, liegen nur knapp 14 Tage. Aber eines nach dem anderen. Denn gegen den aktuellen 23. der Europa League sollten wir auch definitiv gewinnen, zumal die Young Boys überhaupt nicht gut in Form sind und wir bewiesen haben, dass wir auch gegen andere formschwache Mannschaften wie Bremen oder Gladbach schon gezeigt haben, dass wir nicht als Aufbaugegner dienen.
Personalsituation
Ramon Hendriks hat zwar eine gebrochene Nase, kann aber mit Maske spielen. Luca Jaquez kehrt in den Kader zurück. Dan-Axel Zagadou ist wieder im Training, ist aber wie Tiago Tomás noch nicht spielfit. Auch Lazar Jovanovic fällt weiter aus.
Mögliche Aufstellung
Hendriks kriegt trotzdem erstmal eine Pause. Demirovic und Undav rotieren wieder, Leweling und Stiller dürfen sich zunächst auch mal ausruhen.
Statistik
Es ist das vierte Aufeinandertreffen mit dem BSC Young Boys, das dritte im Neckarstadion. Beide bisherigen Heimspiele gewann der VfB, nur im Wankdorf gab es eine Niederlage. Aktuell läuft es bei den Bundesstädtern eher so mittelprächtig: Die letzten fünf Pflichtspiele gingen alle verloren, zuletzt am Wochenende bei Aufsteiger und Tabellenführer FC Thun. In der der Liga belegt man Rang 6 von 12 mit 29 Punkten und 40:45 Toren, das sind die zweitmeisten Gegentore der Liga. Chris Bedia und Christian Fassnacht sind die besten Berner Torschützen in der Liga mit 12 , respektive 11 Toren.
In der Europa League-Tabelle steht man nach Niederlagen gegen Panathinaikos, bei PAOK und Villa sowie gegen Lyon und Siegen in Bukarest und gegen Rasgrad sowie gegen Lille auf Platz 23 mit neun Punkten und 8:13 Toren. Drei dieser acht Tore schoss Joel Monteiro. Trainer der Berner ist ein alter Bekannter, denn er stand beim Hinspiel unseres letzten Ligaspiels noch an das Seitenlinie von Borussia Mönchengladbach: Gerardo Seoane. Und noch ein bitterer Fakt: Wegen Ausschreitungen in Birmingham reisen die Berner ohne Gästefans an.
Fazit
Es ist vielleicht abgesehen vom ersten Spieltag, die Partie mit dem geringsten Erfolgsdruck in der bisherigen Saison, gleichzeitig wäre eine Niederlage gegen Bern natürlich weder für die Stimmung, noch für das Ansehen gut und für die Aussichten in den Playoffs schon gar nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass der VfB in dem Sinne an das Spiel in Gladbach anknüpft, dass er seine Qualität auf den Platz bringt und dabei vielleicht wieder etwas mehr Konsequenz an den Tag legt, als zuletzt.
Titelbild: © Alex Grimm/Getty Images
