…aber die anderen machen auch welche!

Vor einer Woche erin­ner­te ich nach dem Unent­schie­den in Mainz dar­an, dass Fuß­ball ein Feh­ler­spiel sei — gegen Leip­zig ent­schied einer des Geg­ner die Par­tie zuguns­ten des VfB.

Die Zah­len sind ein­mal mehr beein­dru­ckend: Zum zehn­ten Mal spiel­te Alex Nübel in die­ser Bun­des­li­ga-Sai­son zu Null, der VfB spielt mit Stand jetzt 50 Punk­ten die viert­bes­te Bun­des­li­ga-Spiel­zeit sei­ner Ver­eins­ge­schich­te und Deniz Undav trifft und trifft und trifft und hat mit nun­mehr 16 Toren fast schon sei­ne Bilanz aus der Vize­meis­ter-Sai­son erreicht. Was aber vor zwei Jah­ren noch eini­ger­ma­ßen locker und flo­ckig von der Hand oder viel­mehr vom Fuß ging, ist in die­ser Sai­son har­te Arbeit. Gegen die direk­te Kon­kur­renz aus Leip­zig lie­fert sich der VfB ein kon­zen­trier­tes, inten­si­ves Duell — und leis­tet sich abge­se­hen von den Tref­fern der Gäs­te ans Alu­mi­ni­um — dies­mal kei­nen grö­ße­ren Faux­pas, vor allem legt er sich den Ball nicht sel­ber rein.

Eine Reak­ti­on also auf das feh­ler­be­haf­te­te Hin­spiel gegen Por­to? Oder der VfB wie­der in Nor­mal­form? Wie auch immer, nach vie­len anstren­gen­den und ner­vi­gen Spie­len gegen das unte­re Tabel­len­drit­tel zeigt sich die Mann­schaft gegen Geg­ner auf Augen­hö­he wie­der von ihrer bes­ten Sei­te. Wie gegen Lever­ku­sen, wie gegen Frei­burg, wie zumin­dest im Hin­spiel gegen Cel­tic. Und wie im Rück­spiel in Por­tu­gal? Wir wer­den sehen. Natür­lich hat­ten wir mit den erwähn­ten Schüs­sen ans Gebälk auch ein wenig Glück. Gleich­zei­tig zeig­te sich Chris Füh­rich bei Van­de­vo­or­dts unter Druck völ­lig miss­ra­te­nem Abschlag gedan­ken­schnell und fand mit dem abge­fan­ge­nen Ball sofort Deniz Undav, der so über­legt abschloss, wie man das von ihm kennt. Der VfB schlug ein­mal zu und brach­te die Füh­rung über die Zeit.

Der eigenen Stärke wieder gewiss

Er hät­te auch noch ein zwei­tes Mal zuschla­gen kön­nen, als Deniz Undav kurz vor Ende — beglei­tet von der gan­zen Bank ent­lang der Sei­ten­li­nie — allei­ne auf das Leip­zi­ger Tor zurann­te. Nun­ja, es hat nicht sol­len sein. Der VfB holt trotz­dem im Ren­nen und um die Cham­pi­ons League einen big point, distan­ziert Leip­zi­ger und Lever­ku­se­ner und pirscht sich wie­der an Platz 3 ran — mal ganz abge­se­hen davon, dass eine grund­sätz­li­che Euro­pa­po­kal-Teil­nah­me auch in der kom­men­den Sai­son immer wahr­schein­li­cher wird. Vor allem ver­ge­wis­sert sich die Mann­schaft wie­der der eige­nen Stär­ke, die sie zuletzt lan­ge nicht auf den Platz brin­gen konn­te.

Die Span­nung die­ses Spiels gilt es jetzt hoch­zu­hal­ten. In Por­to benö­ti­gen wir erneut ein feh­ler­frei­es Spiel und in Augs­burg erwar­tet uns wie­der eine Mann­schaft, die vor eige­nem Publi­kum eigent­lich nicht mehr vom Spiel will als ein frü­hes 1:0 und einen zuneh­mend ver­zwei­fel­ten VfB. Natür­lich ärgern mich die ver­spiel­ten Punk­te gegen schlag­ba­re Geg­ner der letz­ten Wochen immer noch. Mir war aber wich­tig zu sehen, dass der VfB sol­che Spie­le hin­ter sich las­sen kann und das nicht nur gegen deso­la­te Wolfs­bur­ger, son­dern auch gegen wie­der­erstark­te Leip­zi­ger. Wie stark der VfB durch die nächs­ten Wochen kommt, wird auch davon abhän­gen, ob er sol­che Feh­ler wie die des Leip­zi­ger Tor­warts nut­zen kann — und dabei sel­ber wel­che ver­mei­den.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass fin­det: “Aber die drei Punk­te gegen Leip­zig in einem Spit­zen­spiel, in dem Atti­tü­de und Resi­li­enz viel­leicht genau­so wich­tig waren wie Tech­nik und Tak­tik, die taten unfass­bar gut.”

Titel­bild: © Sebas­ti­an Widmann/Getty Images

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