Die Wut über die Nichtleistung gegen Gladbach fängt an abzuebben, schon kommt das nächste VfB-Spiel. Heute Abend reist der VfB mal wieder nach Paderborn und trifft auf einen selbstbewussten Aufsteiger, der seit der Niederlage gegen uns kein Spiel mehr verloren hat.
Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Was früher sich wie eine Drohung anhörte, ist heute ein Hoffnungsschimmer für den VfB. Denn eigentlich läuft es für die Jungs aus Cannstatt. Sechster in der Champions League und im Pokal ist man souverän weitergekommen. Doch Glanz und Glamour sind verflogen und kehren sich in den tristen Bundesliga-Alltag, die Sorgenfalten der inzwischen verwöhnten VfB Fans vergrößern sich. Schaut man auf die Bundesliga, so ist es bislang eine Saison der Superlative – im negativen Sinn. Zwei Siege und fünf Niederlagen bedeuten den schlechtesten Saisonstart unter Hoeneß. Zum Vergleich: letzte Saison hatte man in der ganzen Hinrunde fünf Niederlagen. Die wenigsten geschossenen Tore, die wenigsten Punkte und der schlechteste Tabellenplatz nach sieben Spielen in der Ära Hoeneß. Vor zwei Jahren sah die Welt noch anders aus. Platz 2 Hinter Bayer Leverkusen, 18 Punkte und sage und schreibe 22 geschossene Tore.
Und das Schlimmste ist: Es ist alles verdient. Es waren außer gegen Hamburg keine unverdienten Niederlagen dabei und auch bei den Siegen hatte man mehr Glück als Verstand und das bei einem 4:1‑Heimsieg. Vor der Saison hatten wir die Befürchtung, dass die Torwartposition unser Schwachpunkt sein könnte, weil man nicht wusste, ob Dennis Seimen schon so weit ist. Jetzt scheint es, als sei Seimen die einzige Konstante.
Hoffen wir, dass der Pokal seinem Motto treu bleibt und wir einen anderen VfB erleben als zuletzt gegen Gladbach. Vielleicht war es doch am Ende ein Ausrutscher und wer weiß, vielleicht war das der Beginn eines Gladbachers Sturmlauf. Schließlich ist Alexander Blessin, seines Zeichens ein waschechter Cannstatter Jung, kein schlechter Trainer und hatte Hoeneß schon in der Vizemeistersaison outcoachen können.
Hoffen wir außerdem, dass das nicht Ralf Kettemann und seinen Paderborner Jungs gelingt. Der ehemalige KSC U‑Irgendwas Trainer hat Paderborn nicht nur überraschend in die Bundesliga geführt, sondern könnte den ersten Paderborner Bundesliga-Klassenerhalt schaffen. Das hat man auch schon beim Bundesligaspiel gesehen. Paderborn wirkte nicht wie das prognostizierte Kanonenfutter, sondern hätte mit bisschen Abschlussglück den ein oder anderen Punkt gegen uns gewinnen können.
Der VfB sollte auf jeden Fall gewarnt sein und den Gegner nicht wieder unterschätzen. Wenn wir so Dampf machen wie gegen Atlético, dann sollte das weiterkommen auf jeden Fall drin sein.
Personalsituation
Seit dem Gladbach-Spiel ist die Lage unverändert.
Mögliche Startelf
Mit Bredlow spielt unser Copa-Keeper. Ansonsten denke ich ist das unsere beste Elf. El Khannouss auf der 10 hat mir gegen Atlético sehr gefallen und ich würde ihn weiterhin so einsetzen.
Fazit
Uns erwartet ein selbstbewusster Gegner, mit zwei Siegen im Rückenwind. Aber der VfB hat die bessere Mannschaft. Ich denke, Paderborn wird sich lange wehren und sich dann über ein unglückliche 0:1 Niederlage ärgern.
Titelbild: © Lars Baron/Getty Images