VfB-Lektüre am Mittwoch, 25. November 2015

Wenn ein Großprojekt und eine Trainerentlassung beim VfB in dieselbe Woche fallen, muss die VfB-Lektüre leider bis abends warten. Heute geht es, wie sollte es anders sein, um die gestrige Entlassung von Alexander Zorniger und die heute Vorstellung Jürgen Kramnys als Interimscoach.

Franky ärgert sich in seinem Blog darüber, dass die Mannschaft mal wieder einen unliebsamen Trainer abgesägt hat und ist gespannt auf die Begrüßung der Spieler durch den Gästeblock in Dortmund. Heinz Kamke sinniert über Paris, blickt kurz zurück aufs Augsburg-Spiel und verabschiedet Zorniger aus Bad Cannstatt. Goldmann Saxt sieht einmal mehr einen kopflosen VfB und stellt auch die Frage nach der Rolle der Mannschaft. VfBtaktisch resümiert die “Ära” Zorniger aus taktischer Sicht. Fazit: Das Pressing war nie ausgeglichen genug.

Der Vertikalpass weist darauf hin, dass mit Zorniger nach Veh und Labbadia schon der dritte VfB-Trainer nach einer Niederlage gegen Augsburg gefeuert wurde und geht mögliche Nachfolgekandidaten durch. In einem weiteren Beitrag wird diskutiert, warum Zorniger in Stuttgart gescheitert ist. Die Mannschaft sehen die beiden als “Die Untrainierbaren“. Nadine Funck hat für die Stuttgarter Zeitung VfB-Fans zur Entlassung Zornigers befragt. Auch hier geht die Tendenz eher dahin, dass die Mannschaft das größere Problem ist. Anders sieht das Gregor Preiss, der Zorniger in den Stuttgarter Nachrichten noch einmal die größten Fehler vorhält: Die mangelnde Flexibilität, die Außendarstellung und die Beratungsresistenz. Marko Schumacher nimmt in der Stuttgarter Zeitung auch Robin Dutt in den Fokus: Er habe Zorniger geopfert, bevor es ihm selbst an den Kragen gehe. In die gleiche Richtung geht der Kommentar von Thomas Haid. Gunter Barner ist in den Stuttgarter Nachrichten der Meinung, dass Zorniger an den Umständen und an sich selber gescheitert sei und gibt dem nächsten VfB-Trainer den Auftrag, für Ordnung zu sorgen.

Kommen wir zur überregionalen Presse. Hier bestätigt sich meine Vermutung, die ich schon im Sommer nach dem Ulreich-Transfer angestellt hatte: Je seltener sich ein Sportjournalist mit dem VfB beschäftigt, bzw. je weiter von Stuttgart entfernt er arbeitet, desto grobkörniger ist die Analyse. Den Anfang macht Tim Jürgens in der 11Freunde, der Zornigers Scheitern an seiner Taktik fest macht. Genauso sieht es Roland Zorn in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der mit keinem Wort die Arbeitseinstellung der VfB-Spieler erwähnt. Der nächste in der Reihe ist Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung, der eine am Ende überforderte Mannschaft sieht. Auch in Oliver Fritschs Kommentar in der Zeit wird fleißig Kritik am Trainer geübt, in diesem Fall sogar am Spielstil allgemein. Die F.A.Z. nimmt sich die Jahrgangsbesten der DFB-Lehrgänge, u.a. auch Zorniger vor. Michael Helms zieht in der Frankfurter Neuen Presse eine Parallele zwischen Stuttgart und Hoppenheim her. Thomas Kilchenstein sieht in Stuttgart eine “gute Mannschaft, die nur den richtigen Trainer brauche (Frankfurter Rundschau). Mir erschließt sich nicht, wie man diese Entlassung nicht im Kontext der letzten Trainerentlassungen sehen kann.

Gregor Preiss hat das erste Training von Jürgen Kramny beobachet und schildert in den Stuttgarter Nachrichten seine Eindrücke. Dirk Preiß und Philipp Maisel stellen den bisherigen Trainer der zweiten Mannschaft in den Stuttgarter Nachrichten vor. Maurizio Gaudino hat laut Sport1 Angst, dass Kramny verheizt wird. Manchmal wäre es besser, die ganzen VfB-Altvorderen hielten mal für eine Weile den Mund. George Moissidis im Kicker stellt Kramnys neuen Co-Trainer Marco Langner vor, einen alten Spezi Dutts aus Freiburger Zeiten.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, hat sich Christoph Daum schon als Kramny-Nachfolger ins Gespräch gebracht. Gott steh uns bei. Laut Thomas Haid (Stuttgarter Zeitung) sind Jos Luhukay und vor allem Tayfun Korkut Favoriten auf diesen Posten. Laut Welt hat auch Felix Magath Lust auf den Job. Um Himmels willen.

Hier noch die Zusammenfassung des Augsburg-Debakels von Franky. Dirk Preiss sah in der Reaktion der Fans bereits ein Warnsignal (Stuttgarter Nachrichten). Im Kicker-Artikel von George Moissidis äußert sich Christian Gentner zu den Versäumnissen der Mannschaft. Fragt sich, ob dem auch Taten folgen.

Lennart kommt aus der Nähe von Kassel, lebt mittlerweile in Darmstadt und ist seit den späten 90ern, etwa seit dem Pokalsieg 1997, treu ergebener Fan des roten Brustrings. In weiser Voraussicht kaufte er sich im Sommer 2006 ein Trikot von Fernando Meira. Seit 2005 ist er auch VfB-Mitglied, seit 2006 ist er Mitglied des offiziellen Fanclubs VfB-Supporters Hessen, außerdem Besitzer einer Heim- und Auswärtsdauerkarte. Auf Twitter findet Ihr ihn unter @l_sauerwald.

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