Sieben Thesen zu den Würzburger Kickers

Zum Saisonfinale kommen die Würzburger Kickers ins Neckarstadion. Paul (@KeckPaul), Fan des Aufsteigers aus Unterfranken, antwortet auf die letzten sieben Thesen der Saison.

Rund um den Brustring: Die 0:1-Heimniederlage gegen Sandhausen und der Absturz auf den direkten Abstiegsplatz hat die Hoffnungen vieler Kickers-Fans ebenso in den Keller sinken lassen, weil…

Paul: … sich in diesem Spiel wieder alles gezeigt hat, was sich schon durch die gesamte Rückrunde durchzieht: kein Spielglück mehr, trotz Überlegenheit nicht zwingend genug, mit zunehmender Spieldauer nur noch unpräzise lange Bälle, etc. Der Wille war und ist immer da…aber halt keine Leichtigkeit mehr.

Rund um den Brustring: Nach der für einen Aufsteiger überragenden Hinrunde (Platz 6) ist die bisher sieglose Rückrunde besonders bitter, weil…

Paul: … man sich der Vorrunde und dem fantastischen 3:0 gegen einen desolaten VfB schon quasi sicher war, vielleicht sogar oben mitspielen zu können. Dieser Sieg gegen den VfB war im Rückblick vielleicht das schlimmste, was passieren konnte – zugespitzt ausgedrückt. Man hat versäumt, in der Winterpause eine Verstärkung im Sturm zu verpflichten – meine Meinung. Aber schon in der Hinrunde waren die Kickers keine Torfabrik. Man hat gehofft, dass Marco Königs die Kurve kriegt (was er leider nie schaffte) und dass Daghfous und Soriano weiter zuverlässig treffen würden (was auch in die Hose ging). Aber keiner dachte eben, dass man quasi auf LR Ahlen machen würde. Fail.

Rund um den Brustring: Die magere Offensivleistung (nur neun Rückrundentore) hat den FWK voll reingeritten, weil…

Paul: …weil man eben ohne Torerfolg dann auch zurecht unten steht. Das bittere ist halt, dass es Mannschaften gibt (z.B. Fortuna Düsseldorf, TSV 1860), die trotz grottiger Leistungen vor einem stehen. Denn eines kann man den Kickers nicht vorwerfen: weggebügelt wurden sie nie – die höchste Niederlage war ein 1:3 jeweils bei Hannover und Aue.

Rund um den Brustring: Sollte es am Ende nicht mit dem Klassenerhalt klappen, wäre die Saison für viele Fans eine Enttäuschung, weil…

Paul: … eben die Vorrunde für alle die Bestätigung war, doch mitspielen zu können in dieser großartigen zweiten Liga. Aber richtig entäuscht werden die wahren Fans glaube ich gar nicht sein, da das Projekt Aufstieg so wahnwitzig schnell war. Wir sind ja im Galopp über die Regionalliga und Liga 3 in die 2.Liga gestürmt – die Infrastruktur aber im Nachwuchsbereich oder auf der Geschäftsstelle konnte da aber gar nicht mithalten. Daher wäre ein Abstieg in Liga 3 kein Beinbruch, sondern vielmehr ein Durchschnaufen. Allerdings gilt auch hier: Aufpassen, dass es einem nicht so geht wie dem FSV Frankfurt oder Paderborn.

Rund um den Brustring: Im Falle eines Abstiegs wäre der sofortige Wiederaufstieg-Pflicht, weil…

Paul: … die WürzburgerInnen Spaß an der 2.Liga hatten und es neben Basketball und Handball weiteren hochklassigen Sport in einer Universitätsstadt gäbe. Aber Spaß beiseite: Ich sehe es nicht so, dass die Kickers gleich wieder hoch müssen. Die Liga wird wie in den letzten Jahren sehr stark und ausgeglichen sein – und bei einem Abstieg in Liga 3 ist ein Abgang von namhaften Spielern zu befürchten bzw. fast sicher.

Rund um den Brustring: Langfristig werden sich die Kickers wieder in der 2. Liga etablieren, weil…

Paul: … hinter dem ganzen Projekt eine gesunde Mischung von Sponsoren und Unterstützern steht, es Pläne für ein Stadionprojekt gibt und man vernünftig und wirtschaftlich arbeitet.

Rund um den Brustring: Der FWK versaut dem VfB die Meisterfeier und rettet sich am letzten Spieltag oder in der Relegation, weil…

Paul: …es im Hinspiel schon so gut geklappt hat, wo sich der VfB noch bedanken konnte, nicht 5 Stück kassiert zu haben. Außerdem liegen den Kickers spielerisch starke Teams eh besser. Ach komm, es wird das #wundervonstuttgart und am Ende feiern beide Vereine und Fangruppen. Und 60 steigt ab – ach, träumen wird man noch dürfen. Dem VfB und seinen Fans auf jeden Fall die allerbesten Glückwünsche zum verdienten Aufstieg! Und bleibt bloß drin!

Bild: © VfB-Bilder.de

Lennart kommt aus der Nähe von Kassel, lebt mittlerweile in Darmstadt und ist seit den späten 90ern, etwa seit dem Pokalsieg 1997, treu ergebener Fan des roten Brustrings. In weiser Voraussicht kaufte er sich im Sommer 2006 ein Trikot von Fernando Meira. Seit 2005 ist er auch VfB-Mitglied, seit 2006 ist er Mitglied des offiziellen Fanclubs VfB-Supporters Hessen, außerdem Besitzer einer Heim- und Auswärtsdauerkarte. Auf Twitter findet Ihr ihn unter @l_sauerwald.

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