(Mittlerweile) ein Wochenrückblick Rund um den Brustring am Freitag, 24. Juli 2015

Mangels Zeit mal wieder eine größere Pause zwischen den Blogbeiträgen (dieser begann am Mittwoch und musste zwei Tage ruhen), zum Glück gibt’s nächste Woche Urlaub. Der VfB hat ein weiteres Testspiel bestritten und befindet sich mittlerweile im zweiten Trainingslager in St. Gallen. Zeit für die Presse, ein paar Akteure zu interviewen.

Einer der Interviewpartner ist Timo Werner. Die Stuttgarter Zeitung zitiert die Aussagen bei VfB-TV. Auch von Werner ist zu hören, dass die Spielweise von Zorniger eine ziemliche Umstellung für die Mannschaft bedeutet. In den Stuttgarter Nachrichten lobt Neuzugang Emiliano Insua den VfB als vergleichbar mit Liverpool oder Athletico und gesteht ein, dass er noch ein Defizit bei der Fitness hat. Die Stuttgarter Nachrichten haben auch Christian Gentner interviewt, der, angesprochen auf die Probleme in der letzten Saison und seine Rolle als Kapitän folgendes sagt:

Das sagt sich immer so leicht – aber was unternimmt man als Mannschaftsführer, wenn der Schlendrian doch wieder einzieht?
Unser Trainer legt, wie schon gesagt, viel Wert auf Disziplin. Deswegen mache ich mir keine Sorgen. Aber natürlich sind auch die Einflussmöglichkeiten für den Trainer oder den Kapitän begrenzt, gerade wenn gute ­Ergebnisse ausbleiben.

Ich war schon in der vergangenen Saison mit Gentners Rolle als Kapitän und Führungsspieler nicht zufrieden, dieses Zitat passt irgendwie dazu.

In der Süddeutschen Zeitung findet sich ein schönes Interview mit Alexander Zorniger mit dem Titel “Konflikte sparen Zeit”. Das Interview nimmt vor allem Bezug auf Zornigers offene Art, die sich anscheinend auch in der Aggressivität des von ihm forcierten Spielsystems wiederfindet. Ein bisschen nachdenklich stimmt mich eine Aussage gegen Ende des Interviews.

Am nächsten Tag stand in den Zeitungen: “Zorniger: Der Sportdirektor will aufsteigen, ich nicht.” Haben Sie daraus gelernt?

Ach, ich werde auch künftig Dinge sagen, die irgendwem vielleicht nicht passen. Wer mir an den Karren fahren will, der schafft das sowieso locker, dafür rede ich zu viel.

Solte es in der kommenden Saison genauso schwierig werden wie in der letzten, dann fliegt ihm das ganz schnell um die Ohren in Stuttgart.

Auch Tim Jürgens hat, für 11 Freunde, mit Alexander Zorniger gesprochen. Vieles ist schon bekannt, beispielsweise das Treffen mit Stevens. Es muss natürlich, wie häufig bei Sportschreibern, die sich in Stuttgart nicht wirklich auskennen, die Frage nach den angeblich hohen Erwartungen des Stuttgarter Publikums kommen. Ganz ehrlich, Herr Jürgens: Ist es für einen Verein, der vor wenigen Jahren noch zumindest in der Europa League gespielt hat, wirklich zuviel verlangt, nicht abzusteigen? Ist es eine überzogene Erwartung von uns Fans, dass die Mannschaft sich zumindest so sehr anstrengt, dass sie die Klasse hält? Ein bisschen weniger Wiederkäuen hat schon so manchen Artikel, beziehungsweise so manches Interview besser gemacht (frag nach bei der SZ). Womit wir zum für mich interessantesten Zitat Zornigers kommen, bezogen auf die letzte Saison:

Heißt, die Mannschaft muss nicht zuletzt an Ihrer Fitness arbeiten?
An ihrem Willen. Die Laufleistung war im vergangenen Jahr nicht das Problem.

Sondern?
Die Zweikampfwerte. Die Mannschaft war insgesamt zu passiv.

Ich denke, damit trifft Zorniger den Nagel auf den Kopf. Es war, neben einer entweder zu defensiven oder zu offensiven Aufstellung der Willen der Mannschaft, oder sagen wir lieber der Mangel daran, der dem VfB den Schlamassel des Abstiegskampfs beschert hat. Ich weiß, ich wiederhole das immer wieder, aber für mich ist die Mannschaft eben die Hauptschuldige an der sportlichen Situation, nicht Bobic, nicht Wahler, nicht Ruf. Hoffen wir, dass die Mannschaft die vom Trainer geforderte aggressive Spielweise und engagierte Haltung aufm Platz umsetzt, ohne sich dabei auskontern zu lassen.

Testspiele

Genau das passierte im letzten Testspiel zum Glück nicht. Der VfB gewann kurz vor Beginn des Trainingslagers in St. Gallen mit 1:0 gegen Zweitliga-Absteiger VfR Aalen durch ein Tor von Lukas Rupp. Anlässlich dieses Erfolgs stellt die Stuttgarter Zeitung den Torschützen nochmal genauer vor. Den Spielbericht vom VfB gibt hier, den Stuttgarter Nachrichten zufolge haperte es immer noch an der Einstellung und an der Chancenverwertung, altbekannte Probleme.

Ute hat die hier bereits verlinkten Bilder vom Testsspiel in Bern mit einem Text garniert und auf ihren Blog gestellt. Ein wie ich finde schöner, wie immer sehr persönlicher Spielbericht.

Neu im Brustring

Wer noch nicht genug von Emiliano Insua hat: Sowohl die Stuttgarter Nachrichten, als auch der kicker und auch die Stuttgarter Zeitung befassen sich mit unserem neuen Linksverteidiger. Wohl auch, weil er eine so neuralgische Stelle im VfB-Konstrukt besetzt.

Transfergerüchte

Kommen wir zu Rü…nein, ich nenne es mittlerweile die Suche nach einer bundesligatauglichen Innenverteidigung. Der eine Innenverteidiger ist noch da, der andere noch nicht: Der VfB möchte gerne Hector Moreno von Espanyol Barcelona verpflichten. Das sollte eigentlich schon im vergangenen Sommer geschehen, scheiterte aber an einer Verletzung Morenos.  Die BILD berichtet, dass Moreno, der noch ein Jahr Vertrag hat, auch zum VfB will, Barcelona lasse ihn aber nicht ziehen. Mittlerweile ist auch die PSV Eindhoven in den Poker eingestiegen (Stuttgarter Zeitung). Angeblich biete der VfB vier Millionen Euro. Viel lässt sich Robin Dutt auch von den Stuttgarter Nachrichten nicht entlocken, außer das mit einem weiteren Innenverteidiger die Planungen abgeschlossen seien. Ob er dabei Rüdiger zur bestehenden Innenverteidigung zählt ist nicht ganz klar. Der fehlte schließlich, wie der kicker feststellte, auch auf dem Mannschaftsfoto für die Saison (alle Infos vom VfB zum “Media Day” gibt es hier). Auf jeden Fall schön ist das Zitat von Zorniger, welches der Schwarzwälder Bote aufgreift:

Ob ablösefrei ist mir egal, das ist Robin Dutts Problem

Passt relativ gut zu dem oben angesprochenen Interview in der Süddeutschen.

Was Rüdiger angeht, so warnt Goldman Sax, dass Dutt sich eventuell verzocken könnte, wenn er Rüdiger erst zu spät verkauft und damit ein Loch in die Innenverteidigung reißt. Auch der Vertikalpass ist noch skeptisch, zeigt sich aber mit den bisherigen Transfers zufrieden und baut darauf, dass er auch weiterhin Grund dazu hat.

Kurz zu Alexandru Maxim: Nachdem der HSV keinen Bedarf mehr sieht, ist das Thema so gut wie durch. Dazu passend zwei Zitate. Aus den Stuttgarter Nachrichten:

“Wenn der Verein will, dass ich bleibe, gebe ich alles hier. Aber die Entscheidung darüber liegt am Ende beim Verein. Wenn sie sagen, ich soll bleiben, dann bleibe ich. Wenn sie etwas anderes wollen, müssen wir sehen, was das Beste für alle Seiten ist.”

Maxim macht aber auch klar, dass er sich beim VfB wohlfühlt: “Ich fühle mich wirklich wohl hier und merke auch, dass es zwischen mir und den Fans wirklich passt. So lange ich hier bin, werde ich mit dem Kopf immer zu 100 Prozent beim VfB sein.”

Und nochmal aus den Stuttgarter Nachrichten:

“Wir wollen ihn auf jeden Fall behalten.”
– Robin Dutt

Je nach Saisonverlauf schafft man es ja dann vielleicht auch, ihn länger zu binden.

Unter anderem laut Sportal.de bemühen sich der VfB und Mönchengladbach um eine Ausleihe Nathan Aké vom FC Chelsea, holländischer U21-Nationalspieler. Er kann in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden und war letzte Saison an den FC Reading ausgeliehen. Durchsetzen konnte er sich im Herrenbereich noch nicht so wirklich. Ist aber auch erst 20.

Mohammed Abdellaoue, der vom Trainingslager freigestellt wurde, um sich einen neuen Verein zu suchen, ist momentan in seiner Heimat Norwegen im Gespräch, berichten die Stuttgarter Nachrichten.

Ehemalige Brustringträger

Wie Liga3-Online berichtet, trainiert Christian Tiffert gerade bei Erzgebirge Aue mit.

Moritz Leitner hat wohl auch in Dortmund keine Zukunft (Goal.com)

Vermischtes

Der VfB hat erneut Chima Onyeike als Fitnesscoach verpflichtet. Der Mann mit der Türsteher-Figur war schon in der letzten Saison dabei. (Stuttgarter Nachrichten)

Eurosport schaut sich den Neuanfang beim VfB mit dem neuen Trainer an.

Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, erhält der VfB aus der Fernsehvermarktung 35 Millionen Euro. Was auf Facebook natürlich gleich zu Diskussion führte, wem man das viele Geld in den Rachen werfen könnte, unbesehen der Tatsache, dass das Geld natürlich schon eingeplant ist.

Der Online-Shop des VfB ist für zwei Wochen offline, mitten in der Vorbereitung, zu einem Zeitpunkt, zu dem Leute Trikots und Tickets kaufen wollen. Laut Stuttgarter Zeitung ist das aber anscheinend zu keinem anderen Zeitpunkt möglich gewesen. Also regt euch wieder ab.

Ute mit eine Saisonrückblick in Bildern und mit einem wie immer sehr schönen Text.

In den Stuttgarter Nachrichten gibt es einen Überblick, welcher Spieler aus der “zweiten Reihe” welche Chance hat, in die erste Reihe aufzurücken.

Daniel Didavi geht auf, dass er mit seinen Wechselabsichten vielleicht “zu ehrlich” war. Ach. (Stuttgarter Nachrichten)

Das Hawk Eye wurde jetzt auch im Neckarstadion installiert und kostet den VfB pro Saison 150.000 Euro (auch Stuttgarter Nachrichten).

Der kicker berichtet, dass Zorniger von Arianit Ferati, der in dieser Saison in die erste Mannschaft aufgestiegen ist, begeistert ist. Hört sich sehr viel versprechend an.

Zum Abschluss: Die zweite Mannschaft des VfB steigt an diesem Wochenende mit einem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden in die Saison ein. Ich hoffe, ich komme am Wochenende dazu, etwas darüber zu schreiben. Grundsätzlich stelle ich mir sowieso die Frage: Warte ich, bis genügend interessante Links zusammenkommen, oder stelle ich jeden Tag etwas für euch zusammen, auch wenn es nicht viel ist.

Was meint Ihr?

Lennart kommt aus der Nähe von Kassel, lebt mittlerweile in Darmstadt und ist seit den späten 90ern, etwa seit dem Pokalsieg 1997, treu ergebener Fan des roten Brustrings. In weiser Voraussicht kaufte er sich im Sommer 2006 ein Trikot von Fernando Meira. Seit 2005 ist er auch VfB-Mitglied, seit 2006 ist er Mitglied des offiziellen Fanclubs VfB-Supporters Hessen, außerdem Besitzer einer Heim- und Auswärtsdauerkarte. Auf Twitter findet Ihr ihn unter @l_sauerwald.

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