Immer wieder, immer weiter

Immer wieder, immer weiter

Der VfB hat heute seinen Cheftrainer Alexander Zorniger sowie dessen Co-Trainer Armin Reutershahn und Andre Trulsen sowie Torwarttrainer Andreas Menger entlassen.  Somit zeigt die Vereinsführung wenigstens in einer Hinsicht Konstanz: Es findet sich immer wieder jemand, der die mangelhafte Einstellung der Spieler ausbaden muss.Sicherlich, Zorniger war nicht fehlerfrei. Sein Ton war häufig ruppig, er zog sein Konzept erst gegen alle Widerstände durch, um es dann an die Qualität der Mannschaft anzupassen und damit dennoch krachend zu scheitern. Recht hätte er es den meisten nur damit machen können, wenn seine Herangehensweise auch die entsprechenden Erfolge gezeitigt hätte. Stattdessen steht der VfB – wieder einmal im Herbst – vor dem Scherbenhaufen eines groß angekündigten Neuanfangs.

Mit der Entlassung von Alexander Zorniger steht der VfB erneut vor einem Scherbenhaufen. © VfB-Exklusiv.de
Mit der Entlassung von Alexander Zorniger steht der VfB erneut vor einem Scherbenhaufen. © VfB-Exklusiv.de

Neu ist das alles nicht. Vor der vergangenen Saison kam Armin Veh zurück an den Neckar und wurde auf der Mitgliederversammlung im Sommer 2015 messianisch gefeiert. Wenige Monate später war er an einer Mannschaft gescheitert, von der Martin Harnik später sagte, dass nicht jeder alles für den Erfolg getan habe. Es kam Huub Stevens und wie so oft in den letzten Jahren wurde es kurz besser, um danach richtig schlecht zu werden. Stevens brauchte mehrere Wochen, bis er merkte, dass man mit Betonfußball genauso absteigen wird. Seine späte Kurskorrektur brachte ein paar mehr Punkte, der Klassenerhalt des VfB hing am Ende dennoch am zweiten Tor in Paderborn, nachdem man vorher alles getan hatte, um jegliche Chancen auf den Klassenerhalt zu verspielen. Im Jahr zuvor wurde Bruno Labbadia nach drei Spieltagen entlassen, um Thomas Schneider Platz zu machen. Dass ein junger Trainer mit einer solchen “Mannschaft” überfordert sein würde, ist im Nachhinein klar. Dass Schneider kein ganz schlechter ist, zeigt seine derzeitige Anstellung als Assistent von Joachim Löw. Auch damals eilte Stevens zur Hilfe und man rettete im Endeffekt vor allem deshalb die Klasse, weil sich Braunschweig und Nürnberg noch dümmer anstellten als die VfB-Elf. Ein Armutszeugnis für die Mannschaft.

Nun wiederholt sich also die Geschichte mit Zorniger. Wenn man Kramny noch bis zur Winterpause weitermachen lässt, kann man vielleicht doch auf die Verlegenheitslösung Stevens zurück greifen, der in Hoppenheim auch keine Bäume ausreißt.

Für den VfB geht es immer weiter nach unten. Vielleicht raffen sich die Spieler in Dortmund und im anschließenden Heimspiel gegen Bremen zu einem Kraftakt auf – das Alibi des die Mannschaft überfordernden Trainers hat sich ja in Luft aufgelöst – es bleibt aber zu befürchten, dass sie hinterher in den selben Trott zurück fällt, wirklicher Leidensdruck stellt sich ja bei den Brustringträgern erst im Mai ein, wenn sie merken, dass ihre Verträge noch etwas länger und vor allem auch für die zweite Liga gültig sind.

Man darf auf die Reaktion der Fans bei den nächsten Spielen gespannt sein. Die Anhänger haben durchaus erkannt, wer für die Misere des VfB zumindest mitverantwortlich ist. Der Zorn über die Auftritte des VfB richtete sich im Stadion vor allem gegen die Mannschaft, “Zorniger raus”-Rufe vernahm man nicht. Wie auch, wo doch jedem offensichtlich ist, dass das Problem seit Jahren auf dem Platz steht und sich nicht nur, aber auch an den sogenannten “Führungsspielern” festmacht.

Auch Robin Dutt muss sich und sein Selbstverständnis jetzt hinterfragen. Nicht nur versäumte er es, genauso wie Fredi Bobic, die Abwehr mit bundesligatauglichen Spielern auszustatten. Nur knapp fünf Monate nach seiner viel beachteten Pressekonferenz, derzufolge beim VfB alles anders werden sollte, gilt jetzt wieder: Same shit, different year.

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