Hier kommt Alex – Rund um den Brustring blickt zurück aufs Wochenende

Nach einer kleinen Schaffenspause der Rückblick aufs Wochenende. Auf der heutigen Pressekonferenz wurde ja sowieso vieles bestätigt, was am Wochenende spekuliert wurde: Nämlich die Verpflichtung von Mitch Langerak und die Vorstellung des neuen Trikots. Außerdem wurde heute ein noch weitestgehend unbekannter Neuzugang bekannt: Jan Kliment.

Aber der Reihe nach. Zunächst kam am Wochenende das Gerücht auf, der VfB würde Mitch Langerak von Borussia Dortmund verpflichten. Heute wurde es dann vom VfB bestätigt. Langerak spielte insgesamt fünf Jahre beim BVB und den Kommentaren auf seiner Facebook-Seite und auf der des Vereins nach zu urteilen, ist man in Dortmund nicht damit zufrieden, dass er geht. Langerak hatte sich nach fünf Jahren als Ersatzkeeper für Roman Weidenfeller wohl etwas anderes vorgestellt, als nun die Nummer zwei hinter dem aus Freiburg verpflichteten Roman Bürki zu sein. Die Süddeutsche Zeitung wirft einen Blick auf die Torhüter-Situation in Dortmund und die Gründe des Wechsels. Es wird also, so wie auch Zorniger sich heute äußerte zu einem Zweikampf zwischen Langerak und Tyton im VfB-Tor kommen, keiner von beiden ist zu diesem Zeitpunkt als Nummer 1 gesetzt. Was das für Odisseas Vlachodimos bedeutet, ist noch offen. Beim BVB-Blog Schwatzgelb (gefunden in der heutigen Link11 von Fokus Fussball) verabschiedet man Langerak und äußert Verständnis für den Transfer von Bürki. Auch der Blog Transferkritiker befasst sich mit der Torwartsituation beim VfB.
In diesem Zusammenhang wurde eine weitere interessante Personalie von der Stuttgarter Zeitung ins Spiel gebracht: Angeblich schaut sich Torwart-Trainer Andreas Menger derzeit nach alternativen Jobs um. Wenig überraschend, wenn dem von ihm ausgebildeten Vlachodimos plötzlich zwei hinzu gekaufte Torhüter vor die Nase gesetzt werden. Da ich nicht das Gefühl habe, dass er Ulreich in den letzten Jahren in dessen Torwartspiel weiter entwickelt hat, vielleicht nicht der schlechteste Personalwechsel.

Der zweite heute von Robin Dutt verkündete Transfer ist der von Jan Kliment. Der tschechische Rechtsaußen hat zwar für seinen Verein in der ersten tschechischen Liga mit zwei Toren in 15 Spielen keine Bäume ausgerissen, offensichtlich fiel er Dutt, bzw. Zorniger aber bei der U21-EM auf, als er beim 4:0-Sieg der Tschechen gegen Serbien drei Tore erzielte. Kliment ist anscheinend noch jemand, der noch nicht gleich bereit ist für die erste Elf, sondern im Laufe der Saison ans Bundesliga-Niveau herangeführt werden soll.

Einen Abgang gibt es auch zu vermelden: Pascal Breier wechselt laut Fupa Stuttgart zur SG Sonnenhof Großaspach.

Dritte Personalie auf der Pressekonferenz war die Vorstellung des neuen Cheftrainers Alexander Zorniger:

Wie im Video zu hören, hat er bereits eine relativ konkrete Vorstellung, wie er beim VfB spielen will. Interessant, dass die Brustringträger die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit in der Bundesliga haben. Gleichzeitig spricht er auch die schlechten Zweikampfwerte an, aber auch, dass Fußball ein “Fehlerspiel” sei. Wer wüsste das besser als die VfB-Fans…?
Die Stuttgarter Zeitung hat eine Zusammenfassung der gesamten Pressekonferenz. Darin wird auch darauf hingewiesen, dass sich Zornigers Pläne noch in der Praxis beweisen müssen. Nach einer Trainingseinheit und einem hoffentlich noch nicht vollständig zusammen gestellten Kader lässt sich noch lange nichts über die Saison prophezeien. Aber ich bin momentan verhalten optimistisch. Ob die Neuzugänge das halten, was sich Dutt von ihnen verspricht? Keine Ahnung. Aber allein die Art und Weise, wie die Transfer abgewickelt wurden, ohne berühmt-berüchtigte “Knaller”-Transfer-Ankündigungen, sondern im Stillen, ohne dass viele Gerüchte nach außen drangen, das sorgt bei mir schon mal für ein besseres Gefühl.
Auch der kicker hat nochmal eine Zusammenfassung der Pressekonferenz, die mittlerweile auch auf VfB-TV abrufbar ist. Interessant ist, dass Zorniger derzeit einen Wechsel von Didavi UND Maxim ausschließt. Weitere Details zu Aussagen von Zorniger finden sich bei der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten, unter anderem mit folgenden Details:

Die Kunst eines Trainers, Individualisten zu einer Einheit zusammenzuschweißen, hat für ihn Priorität: „Ich erwarte von meinen Spielern ein hohes Maß an Teamfähigkeit. Wir können nur als Team bestehen.“ Verstöße will er unnachgiebig ahnden: „Wer nach einem Tor zur Tribüne abdreht und nicht zum Vorlagengeber, hat ein dickes Problem mit mir.“ Auch abseits des Platzes gelten feste Regeln: Gemeinsame Mahlzeiten fördern das gegenseitige Verständnis und das Zusammengehörigkeitsgefühl, Kopfhörer und Smartphones sind im Bus und in der Kabine tabu. Im Spiel erwartet er von jedem Akteur ein Höchstmaß an Wachsamkeit und geistiger Flexibilität: „In jeder Lebenslage ist es das Wichtigste, sein Maximum zu erreichen. Daran orientiere ich mich.“ Daran misst er auch sein Umfeld.

Das ist in der Tat etwas, was dem VfB in der vergangenen Spielzeit gefehlt hat.

Bilder vom gestrigen Trainingsauftakt gibt es bei VfB-Bilder.de.

Dabei wurden auch die neuen Trikots vorgestellt. Im VfB-Shop kann man sie sich angucken und käuflich erwerben. Zunächst zum Design: Wie erwartet haben alle Trikots einen durchgehenden Brustring, die Rückennummern verlaufen halb-transparent über den Brustring. Das Heimtrikot bleibt klassisch (weiß mit rotem Brustring), für das Auswärtstrikot hat man sich in diesem Jahr dagegen entschieden, die Farben des Heimtrikots einfach umzukehren (rotes Trikot mit weißem Brustring). Stattdessen gibt es einen dunkelroten Brustring auf einem roten Trikot. Das Alternativtrikot fällt etwas aus dem Rahmen: Roter Brustring auf schwarzem Grund hatten wir schon häufiger, allerdings nicht mit gelben Ärmelsaum und Kragen. Interessant auch, wer dieses Jahr als Model die Trikots präsentiert. Nicht die Recken aus dem Abstiegskampf 2014 (Harnik, Niedermeier, Gentner), sondern Kämpfer Serey Dié und die Eigengewächse Timo Werner und Timo Baumgartl. Dazu, wie der stolze Preis von 80 Euro für ein Puma-Trikot zustande kommt, findet sich interessantes in diesem Artikel der Ruhrnachrichten.

Transfergerüchte

Kurzes Update zu den laufenden Transfergerüchten. Laut der Stuttgarter Zeitung ist der FC Chelsea an Antonio Rüdiger interessiert und im Gegensatz zu Volkswagen auch gewillt, die vom VfB geforderte Ablösesumme zu bezahlen. Dem englischen Fernsehvertrag sei Dank. Fraglich ist allerdings noch, ob Rüdiger da mitspielt, der ja anscheinend lieber in der Bundesliga bleiben möchte.

Der SC Freiburg ist angeblich an Mohammed Abdellaoue interessiert (Stuttgarter Nachrichten).

Wie die Stuttgarter Zeitung heute berichtet, reist Konstantin Rausch nicht mit dem VfB ins Trainingslager, sondern begibt sich auf Vereinssuche.

Laut Bild ist der HSV an Gotoku Sakai interessiert. Trainer Bruno Labbadia hatte Sakai damals zum VfB geholt.

Wenn diese ganzen Transfers so vonstatten gehen, habe ich große Hoffnung, dass Robin Dutt die VfB-Abwehr so umbauen kann, dass sie sicherer im Sattel sitzt als im vergangenen Jahr. Suboptimal wäre, wenn man erst nach dem Verkauf der oben genannten Spieler auf die Suche ginge und erst zu Saisonbeginn damit fertig wäre. Der Vertikalpass stellt sich sehr fantasievoll vor, wie das ablaufen könnte, auf dem Transfermarkt und bringt gleich noch einen gar nicht so schlechten Vorschlag, wer die VfB-Abwehr entscheidend verstärken könnte: Serdar Tasci.

Ehemalige Brustringträger

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, ist Huub Stevens zum FC Schalke 04 zurückgekehrt und zwar in Form eines Sportbeirats für den Aufsichtsrat.

Was schon längst spruchreif war, bestätigte der kicker am Wochenende: Shinji Okazaki wechselt zu Leicester City, der VfB erhält zehn Prozent der Ablösesumme, also etwa eine Million Euro.

Sven Ulreich hat sich in einem Interview mit der Bild-Zeitung über fehlendes Vertrauen beim VfB beklagt, berichten die Stuttgarter Nachrichten, er habe nicht mehr mit einem fairen Konkurrenzkampf gerechnet. Braucht man nicht mehr viel zu zu sagen.

Vermischtes

Ich hatte in der Vergangenheit schonmal auf den Blog VfBtaktisch aufmerksam gemacht. Jetzt gibt es einen VfB-taktischen Saisonrückblick, der sehr anschaulich aufzeigt, wie sich die Taktik von Veh, aber auch von Stevens langsam an die Gegebenheiten im Kader angepasst haben.

Der VfB II hat ein Testspiel gegen Astoria Walldorf mit 4:2 gewonnen (VfB.de).

Save the date 1: Der VfB bestreitet ein Testspiel gegen Zweitliga-Absteiger VfR Aalen (19. Juli, laut Stuttgarter Nachrichten)

Save the date 2: Am Donnerstag kommt der Spielplan für die dritte Liga, also auch für den VfB II (kicker)

Zu den seltsamen Vorstellungen der Innenministerkonferenz in Mainz zum Thema Fußball-Fans, die am Wochenende auch durch die Medien gingen, folgt bald nochmal ein separater Artikel, ebenso zu den Neuzugängen dieser Woche.

Lennart kommt aus der Nähe von Kassel, lebt mittlerweile in Darmstadt und ist seit den späten 90ern, etwa seit dem Pokalsieg 1997, treu ergebener Fan des roten Brustrings. In weiser Voraussicht kaufte er sich im Sommer 2006 ein Trikot von Fernando Meira. Seit 2005 ist er auch VfB-Mitglied, seit 2006 ist er Mitglied des offiziellen Fanclubs VfB-Supporters Hessen, außerdem Besitzer einer Heim- und Auswärtsdauerkarte. Auf Twitter findet Ihr ihn unter @l_sauerwald.

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